Therapiestunde: Grünweiß-Stammtisch 13-16

Nach dem 0:3 gegen Wolfsburg herrscht Katerstimmung an der Weser. Die Einschläge für Team und Trainer kommen immer näher. Da hilft auch gerne mal eine gepflegte Therapiestunde, um sich den Frust von der Seele zu reden. Diesmal dabei im Gruppenraum: Andreas (Werder-Exil), Lars (Werderblog), Tobias (MeineSaison) und Stephen (PapierkugelBlog).

Anhören könnt ihr den Stammtisch wie immer hier im Blog oder als Podcast bei iTunes. Viel Spaß beim anhören!

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2013 wird Grünweiß

Lange war es sehr, sehr ruhig hier. Seit Oktober sind wir nicht mehr dazu gekommen, einen Stammtisch aufzunehmen und auch sonst hat sich bei Grünweiß wenig getan. Das hatte hauptsächlich zeitliche Gründe. Inklusive Organisation, Aufnahme, Nachbearbeitung, Schreiben des begleitenden Blogposts und Hochladen nimmt so ein Stammtisch schon mal gerne den Großteil eines Sonntagabends ein. Etwas zu viel des Guten, wenn die Freizeit sowieso schon knapp ist.

Doch dieses Jahr soll alles besser werden. Wir haben uns überlegt unser Konzept ein bisschen zu verändern und im neuen Jahr noch mal einen Neuanfang zu machen. Dazu möchten wir Grünweiß etwas breiter aufstellen, denn bislang hing der Podcast komplett an Tobias und Anna. Da Anna in der Rückrunde noch weniger Zeit haben wird und Tobias nicht alles alleine stemmen will, haben wir unser Team ein wenig vergrößert. Dadurch sollte die Organisation etwas einfacher werden. Außerdem wird es einen festen Aufnahmezeitpunkt geben, der nicht mehr am Wochenende sein wird.

Der Stammtisch wird künftig auch etwas anders strukturiert sein. Es wird eine Werder-Runde geben, die den Kern des Stammtischs ausmachen wird. Diese wird wechselnd besetzt sein, aber mit einem festen Stamm. Dazu wird es wie gehabt auch Gäste von anderen Vereinen geben. Diese werden jedoch separat interviewt und das Gespräch in den Podcast integriert. Die Außenperspektive fanden wir immer spannend und es ist uns wichtig, dass das erhalten bleibt. Aber wir wollen den Werder-Teil mehr in den Mittelpunkt stellen und dabei nicht nur ständig zu zweit unsere Meinung austauschen.

Wer die neuen Stammtisch-Teilnehmer sind und wie der Fahrplan für die nächsten Wochen aussieht, das erfahrt ihr demnächst hier. Nur so viel: Wir möchten wieder wöchentlich bzw. zu jedem Werder-Spiel einen Stammtisch machen und ihn euch hier und als Podcast präsentieren.

Wir sind auch weiterhin auf der Suche nach Werderfans, die sich an Grünweiß beteiligen möchten. Falls du Interesse hast, schreib uns doch eine Mail an kontakt@gruenweiss.org oder kontaktiere uns auf Facebook oder Twitter.

Bis bald,

Euer Grünweiß-Team

Eine Wundertüte zum Geburtstag – Werder in der Jubiläumssaison, oder auch: eine Reise ins Ungewisse

Endlich!
Das Warten hat ein Ende, die Sommerpause ist vorbei und die Bundesliga startet in ihre 50. Saison.
Passend zum Jubiläum  präsentiert der Norden der Liga dabei eine Wundertüte voller grün-weißer Spielgefährten.

Werder im Wandel und als Wanderer zwischen Hoffnung und Realität

Vor wenigen Jahren noch gehörte Werder zu den absoluten Spitzenteams der Bundesliga.
Nun, angesichts des 50-jährigen Bestehens, trifft das nicht mehr zu.
Zwei Jahre Rumpelfußball und tabellarische Bedeutungslosigkeit haben zu einem Umdenken und einem bitter nötigen Umbruch an der Weser geführt und so aus dem einstigen Spitzenteam ein großes Fragezeichen gemacht.
Aus der grün-weißen Schatztruhe wurden die Zaubertricks und Tormaschinen herausgenommen, die namhaften Etiketten von den Spielzeugen entfernt und übrig geblieben sind bloß die Pralinenschachteln vom Discounter – keiner weiß, was man bekommt, keiner weiß, ob die Süßigkeiten von der Weser schmecken werden.

Das birgt Chancen und Risiken, führt zu Hoffen und Bangen.
Aus finanziellen Nöten wurde der Umbruch bei Werder geboren, sportlich wäre er jedoch schon früher notwendig gewesen und so wurde aus dem in der Theorie sanften Übergang ein radikaler Schnitt.
Wiese, Naldo, Boenisch, Pizarro, Rosenberg, Borowski, Marin.
Namhafte Spieler, ehemalige Stammspieler in erfolgreichen Werderteams und/oder
(U-)Nationalspieler.
Einstige Aushängeschilder, vereinzelt Erfolgsgaranten für das “alte Werder”, nun jedoch teils aus sportlichen, teils aus finanziellen Gründen aussortiert.

Die Nachfolger sind Spieler wie Mielitz, Prödl, Schmitz, Sokratis, Ekici, Hartherz, Trybull, Ignjovski, Arnautovic, Füllkrug, Hunt und Junuzovic.
Überwiegend günstige Spieler.
Spieler, die teils in den Schatten der großen Namen standen und nun das Licht erblicken wollen, aus der Jugend nach oben drängen oder  früher Mitläufer waren, von anderen getragen wurden und nun selber tragen müssen.
Ergänzt werden sie von Spielern wie Elia, Petersen, Gebre Selassie und De Bruyne.
Spieler, die entweder schon “oben” waren und tief fielen, vergleichsweise spät die große Bühne betraten, nach anfänglich hohem Sprung einen Schritt zurückgehen oder vor dem Schritt nach oben noch eine Stufe mehr nehmen wollen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Die größte Herausforderung Werders ist hierbei, sowohl im als auch um den Verein, die Erwartungshaltung und die zu erwartende Realität miteinander vereinbaren zu können.
Man hat nicht mehr die Qualität wie früher, der Wandel des Teams wird Zeit brauchen und   doch hat man kaum Zeit.
Die offizielle Devise des Vereins ist es, “mittelfristig” wieder nach Europa zu kommen.
“Zwei, drei Jahre”, heißt das laut Klaus Allofs. Doch heißt das, so Allofs weiter, nicht, “dass es diese Saison nicht möglich wäre.”
Eine Aussage, die Werders Dilemma ganz gut widerspiegelt.

Das internationale Geschäft ist es, was es zu erreichen gilt – und das mit einem neuformierten Team, dem einiges an Erfahrung fehlt, das ‘auf dem Papier’ wie man immer so schön sagt, das vielleicht schwächste Team seit Jahren ist.
Man soll das schaffen, was die einstigen Nationalspieler in den beiden Jahren zuvor nicht zu schaffen vermochten.
Man soll die Fans zufriedenstellen, wieder guten Fußball spielen und die zwei schlechten Jahre möglichst vergessen machen.

Und doch wird man Fehler machen, man muss sie sogar machen.
Man muss sich entwickeln, reifen und Erfahrungen sammeln.

Kurzum: Man muss mit einem Team, das im Durchschnitt keine 23 Jahre alt ist, das nachholen, was den zuvor teueren und namhaften Werder-Mannschaften nicht gelungen ist.

Die präsaisonale Phase als Vorgeschmack auf das was folgt?

Vom “Werdersommer” war auf Twitter die Rede. “Love” wurde verbreitet, gute Laune machte sich breit und man war fast geneigt, von der “besten Vorbereitung aller Zeiten” zu sprechen – wäre das nicht bereits andernorts schiefgegangen.

Gute Testspielergebnisse und schönere Spielzüge, ein neues System, eine homogene, sich auf und außerhalb des Platzes scheinbar gut verstehende Mannschaft und als Sahnehäubchen die triumphale  Errungenschaft des Liga-Total Cups gegen Weltklasseteams wie Dortmund und den Freistaat Bayern.
Die Welt in Bremen war wunderbar – bis Preußen anfing zu marschieren.

120 Minuten marschierten sie, ließen nicht locker, gängelten die Bremer von allen Seiten und verwehrten ihnen schließlich die Reise nach Berlin, der zweiten Heimat der Werderaner.
Das zweite Jahr in Folge scheiterte man in der ersten Pokalrunde und schlagartig schien die gute Stimmung zu verfliegen.
Skepsis machte sich breit, Ängste traten hervor und schien zuvor noch alles duftend grün-weiß, so wirkte die Welt plötzlich grau.
Mausgrau.

Eine Achterbahn der Gefühle die, gut möglich, einen Vorgeschmack auf die folgende Saison geben könnte.
Man wird schöne Momente erleben, auf flauschigen Wolken schweben und träumen und man wird auch fallen und beginnen, zu zweifeln.

Was man bei all diesen Wechselbädern der Gefühle nie verlieren darf sind Hoffnung und Zuversicht.

Die Bundesliga feiert Geburtstag – und wir feiern mit.

Auswärts gegen den BVB wird Werder die Saison eröffnen, ‘auf dem Papier’ ein Leckerbissen, mit Glück auch auf dem Platz.
Nicht immer werden wir siegen, doch stets werden wir kämpfen.
Wir werden hoffen, bangen, zittern und uns freuen, fluchen, jammern und auf dem Boden rollen.

Doch heute Abend, da werden wir feiern.
Feiern, dass die Pause vorbei ist.
Feiern, dass die Liga wieder losgeht.
Feiern, dass wir wir sind.

Wir sind Werder Bremen, grün-weiß das Emblem – und verflucht nochmal, wir kommen immer wieder!

Der postsaisonale Reiz, oder auch: Im Rausch des Transferfensters!

Die Saison ist endgültig vorbei, die meisten Spieler sind entweder in den Urlaub aufgebrochen oder reisen zu ihren Nationalmannschaften.
Einige wenige Spieler sind noch in Bremen und arbeiten nach Verletzungen an ihrer Fitness, doch die spielen eher eine untergeordnete Rolle.
Was nun zählt, sind nicht die Spieler, sondern, naja, die Spieler!
Frei nach dem Motto: Das neue Spielzeug ist immer besser fiebert ein jeder Fußballfan nach der Saison den Neuverpflichtungen entgegen.
Seien es Hochkaräter oder nur Ergänzungsspieler, Stürmer oder Abwehrspieler, ein Transfer ruft immer unweigerlich ein kleines Kribbeln hervor, ein Gefühl des Wandels und des Aufbruchs in neue, hoffentlich bessere Zeiten.

Insbesondere bei Werder ist dieses Gefühl in diesem Sommer sehr stark ausgeprägt, steckt der Verein doch mitten im Umbruch. Das heißt, dass uns einerseits viele Spieler verlassen (haben), wie zum Beispiel Rosenberg, Pizarro, Wiese oder Borowski, andererseits jedoch auch viele neue Spieler zum Team hinzustoßen werden – oder bereits hinzugestoßen sind.

Um letztere Kategorie, die bereits getätigten Transfers, wird es hierbei hauptsächlich gehen.

Wer ist neu?

Nachdem es vielen erst nicht schnell genug hätte gehen können und man in Bremen gefühlt schon lange auf Transfers wartet, ging es seit gestern Schlag auf Schlag:
Erst unterschrieb Raphael Wolf für drei Jahre und beendete die Miele-Konkurrenz-Spekulationen auf der Torwartposition.
Wolf ist ein junger, 23 jähriger aber dennoch erfahrener Torwart, der aus Österreich vom Bundesliga-Absteiger SV Kapfenberg kommt. Dort war er seit drei Jahren die Nummer 1 zwischen den Pfosten und galt bis zuletzt als einer der besten Keeper der dortigen Liga, trotz des eher mäßigen Klubs.

Heute dann wurde der Transfer des Herthaner U19-Torwarts Richard Strebinger bekanntgegeben, der vorerst in der U23 spielen und sich eventuell für höhere Aufgaben empfehlen soll. Dort wird er sich wahrscheinlich einen Vierkampf mit Vander, dem lange verletzten Reisacher und Düker stellen müssen.

Anschließend wurde die Vertragsverlängerung mit Sebastian Mielitz bis 2014 bekanntgegeben, was ebenfalls eine sehr erfreuliche Nachricht darstellt.
Soweit, so gut. Bis hierhin war das alles wenig überraschend.

Umso überraschender war es dann aber, als die Sportbild bei Twitter plötzlich verkündete, dass Assani Lukimya-Mulongoti von Fortuna Düsseldorf an die Weser wechselte.
Zwar war im Worum am Samstag schon zu lesen, dass angeblich ein Auto mit Kennzeichen WW (Wolf Werner?) am Weserstadion parkte und auch Lukimya selber sei angeblich gesichtet worden, doch so wirklich glauben wollte das niemand, bis Werder es auf der eigenen Homepage bestätigte.
Lukimya ist ein 26 jähriger, großgewachsener (1,90m) Innenverteidiger, dessen Stärken im Defensivzweikampf und Kopfballspiel liegen. Die Spieleröffnung wiederum ist keine seiner Stärken, doch dazu später mehr.
“Luki”, wie er genannt wird, kommt ablösefrei, sein Vertrag lief aus und ein bereits vorher beim 1. FC Köln unterzeichneter Vertrag ist aufgrund des Abstiegs der Kölner ungültig.

Die Frage, die sich nach Lukimyas Verpflichtung vielen stellt, ist: Wieso noch ein Innenverteidiger?
Angesichts der Tatsache, dass man mit Sokratis, Naldo, Prödl und Affolter bereits vier Innenverteidiger im Kader hat ist diese Frage berechtigt und es gibt mehrere Ansätze, um dies zu erklären.

Wohin mit den Verteidigern?

Vorweg: Eine Fünferkette ist nicht zu erwarten, wenngleich man damit mit Glück die Defensivanfälligkeit lindern könnte – kleiner Scherz.

In meinen Augen gibt es mehrere Optionen, manche mehr, manche weniger wahrscheinlich, die eine Lukimya Verpflichtung sinnvoll erscheinen lassen.

Variante 1: Ein Innenverteidiger geht.
Angesichts der plötzlichen Verpflichtung eines Innenverteidigers und des momentanen Überschusses von 5 IV bei 2 Positionen erscheint diese Variante als sehr wahrscheinlich.
Die möglichen Kandidaten eines Abgangs wären hierbei Naldo, Sokratis und Affolter.
Ein Abgang von Affolter ist hierbei jedoch eher unwahrscheinlich, da er noch bis Winter ausgeliehen ist und man sich bewusst für diese Modalitäten entschied, da ein halbes Jahr nach eigener Aussage zu kurz sei, um den Spieler wirklich bewerten zu können.
Sokratis zu verkaufen wäre wiederum ähnlich unwahrscheinlich, besitzt er doch noch einen langen Vertrag und ist unangefochtener Leistungsträger. Dafür spräche jedoch, dass er im Falle eines Verkaufs eine Ablösesumme von 12-15 Millionen generieren könnte, was angesichts des Umbruchs sehr hilfreich sein könnte.
Diese Variante würde allerdings sehr negativ aufgefasst werden, ist Sokratis doch binnen kürzester Zeit zum Publikumsliebling avanciert und könnte bei gleichbleibenden oder sogar besseren Leistungen in den Folgesaisons noch deutlich höhere Beträge erzielen.
Deutlich wahrscheinlicher ist daher der Abgang Naldos, da er erstens teuer ist und zweitens ein enormes Risiko darstellt: Zwar ist er in Topform einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga, doch ist eben diese Topform bei ihm kaum zu gewährleisten angesichts seiner dramatischen Verletzungsproblematik in den letzten zwei Jahren.
Bei einer Vertragsverlängerung mit ihm würde man sich angesichts der sportlichen Situation finanziell nach wie vor strecken müssen und das, ohne zu wissen, ob er überhaupt wieder über einen längeren Zeitraum Leistung erbringen kann.
Sollte er nicht verlängern, wäre zudem dieses Jahr die einzige Chance, mit ihm noch eine kleine Ablösesumme zu erzielen. Begehrt ist Nana in Brasilien und dort würde er nach eigener Aussage auch gerne hin, obwohl er eigentlich gerne hier bleiben würde aber dann doch wieder gerne nach Brasilien möchte. Oder so ähnlich.
Momentan stehen die Zeichen öffentlich allerdings auf Vertragsverlängerung, traf man sich doch letztens und berichtete beiderseits, wie positiv das Gespräch doch verlaufen sei.
Abwarten.

Variante 2: Sokratis als Rechtsverteidiger.
Eine Möglichkeit ist es, Sokratis wie in der Hinrunde als Rechtsverteidiger einzuplanen. Das hat er lange Zeit gut gemacht, defensiv stand man oft relativ stabil und mit Naldo/Prödl/Affolter/Lukimya könnte man nach wie vor ein gutes Abwehrzentrum bilden.
Außerdem könnte man so die Schwachstelle des Rechtsverteidigers schließen, nachdem Fritz in der Rückrunde dort kaum passable Spiele ablieferte und zur neuen Saison dauerhaft ins Mittelfeld versetzt werden soll.
Dennoch: Sokratis ist Innenverteidiger, das hat er mit einer erheblichen Leistungssteigerung auf seiner Stammposition in der Rückrunde bewiesen und auch Schaaf hat bestätigt, dass Sokratis für die Innenverteidigung geholt wurde.
Außerdem ist Sokratis’ Zukunft aufgrund der sportlich schlechten Situation nach wie vor nicht zu 100% gesichert und auch wenn ich nicht glaube, dass Werder ihn angesichts seines langfristigen Vertrages für marktgerechte Summen verkaufen würde, so muss man es doch nicht darauf anlegen, seine Laune zu verschlechtern.
Fazit: Variante 2 ist sehr unwahrscheinlich.

Variante 3: Ein Innenverteidiger rückt ins Mittelfeld.
Auch diese Option wird angeblich schon länger in Betracht gezogen.
Zur Auswahl stehen hierbei Naldo, Sokratis und auch Affolter.
Naldo durfte sich zum Ende der Rückrunde bereits mehrfach im Mittelfeld versuchen: Im Heimspiel gegen Gladbach, auswärts gegen Stuttgart und erneut zu Hause gegen Schalke.
Seine Leistungen waren dabei jeweils schwach. Als Innenverteidiger lebt Naldo von einer für seine Größe und im Vergleich zu anderen Innenverteidigern guten Schnelligkeit und Beweglichkeit, einem sehr starken Zweikampfverhalten, Überlegenheit im Luftzweikampf, einer recht guten Übersicht und einer vergleichsweise guten, aber überwiegend aus energischen Vorstößen bestehenden Spieleröffnung.
Im Mittelfeld ist er als 6er weder überdurchschnittlich schnell, noch besonders spielstark. Insgesamt hat er weniger Zeit und Raum, worunter seine Stärken leiden und seine Schwächen hevorgehoben werden: Sein Stellungsspiel vor der Abwehr ist mangelhaft, er vermag es nicht, Pässe in die Schnittstellen der Abwehr zu verhindern und er ist mit den schnelligen, wendigen Angreifern hinter seinem Rücken überfordert.
Das Experiment “Naldo als 6er” kann man daher getrost als “gescheitert” betrachten.

Ebenfalls oft erwähnt wird die Möglichkeit, Sokratis als Kampfhund ins defensive Mittelfeld zu stellen. Auf den ersten Blick erscheint das plausibel, ist er doch schneller und wendiger als bspw. Naldo, hat mehrfach bewiesen, dass er auch gegen wendige und schnelle Spieler bestehen kann und  strahlt auch eine gewisse Stärke im Luftzweikampf aus.
Auch wird gerne behauptet, er habe ja zumindest eine bessere Spieleröffnung als Bargfrede, der gerne als Negativbeispiel hierfür erwähnt wird.
Dazu lässt sich sagen: Nein, hat er nicht.
Sokratis’ Spieleröffnung besteht als Innenverteidiger in erster Linie aus langen Bällen in die Spitze, die nicht mal besonders oft ankommen. Ab und zu startet er zudem Läufe wie einst Lucio, die jedoch ebenfalls selten nützlich enden.
Defensiv ist er hervorragend, ja. Insgesamt ist er ein fantastischer Typ, ja. Aber ein guter 6er? Sicher nicht. Zumal sich auch hier wieder die Problematik stellt, dass ihm das missfallen könnte.
Auch die Argumentation, dass Sokratis doch bei der WM 2010 mit Griechenland Messi so fantastisch aus dem Spiel genommen hätte, als er als 6er auflief, zählt nicht.
Sokratis spielte nicht als 6er, er hatte eine relativ freie Rolle als Kettenhund und sollte nichts weiter tun, als Messis Spiel zu zerstören.

Bleibt noch ein letzter Verteidiger, der im Zuge von Mittelfeldspekulationen genannt wird: Francois Affolter.
Werders junger Schweizer Nachwuchsverteidiger, der momentan von den BSC Young Boys ausgeliehen ist.
Seine Stärken liegen, auch wenn das mittlerweile viele anders sehen, klar in der Spieleröffnung. Er beweist des Öfteren eine gute Übersicht für den freien Raum und versucht, entweder selbst mit Ball am Fuß in diese Vorzustoßen oder den Ball in eben diese Räume zu spielen. Auch seine langen Bälle sind ungemein präziser als die von Sokratis oder auch Naldo.
Zudem ist er schnell und wendig, hat einen guten Antritt und eine gute Technik und Ballführung.
Seine Schwächen sind dafür ebenso deutlich: Sein Zweikampfverhalten am Boden und in der Luft.
Das Zweikampfverhalten am Boden ist, das muss man in aller Deutlichkeit sagen, für einen Innenverteidiger mangelhaft.
Oft wirkt er viel zu lässig, geht zu körperlos in die Zweikämpfe, möchte zu viele “Dinge” spielerisch lösen.
Das ist an sich ein moderner, lobenswerter Ansatz, führt aber oft auch zu brenzligen Situationen, ebenso wie seine gelegentlichen Konzentrationsschwächen und daraus resultierenden katastrophalen Abspielfehler.
Daran muss er arbeiten, ohne Wenn und Aber.
Sein Kopfballspiel ist zudem ebenfalls schwach und führt bei Werder zu einer gesteigerten Anfälligkeit bei Ecken, Freistößen oder Flanken generell.

Im Mittelfeld könnte Affolter meiner Meinung nach jedoch eine ähnliche Entwicklung nehmen, wie sie damals Franky Baumann gelang: Die von einem Innenverteidiger mit Schwächen im direkten Zweikampf hin zu einem sehr guten Rautensechser mit guter Übersicht, intelligentem, raumorientierten Spiel und guter Spieleröffnung.
Er wäre daher definitiv einen Versuch als Mittelfeldspieler wert und könnte auch spielerisch einen guten Backup für Trybull geben, der seine Stärken ebenfalls mehr in der Spieleröffnung als im direkten Defensivzweikampf hat, anders als beispielsweise Bargfrede oder Ignjovski.
Nichtsdestotrotz: Funktionieren kann das nur, wenn er und Tybull auch kräftig an Körpermasse zulegen und sich im Bereich des Defensivzweikampfs verbessern.

Die Versetzung eines der Verteidiger ins defensive Mittelfeld könnte weitere Auswirkungen auf die Planungen Werders haben, die die Ausrichtungen des Mittelfelds beeinflussen könnten.

Umstrukturierungen der Mittelfeldraute

Variante 1: Defensivstarke Halbpositionen.
Sollte beispielsweise Affolter ins defensive Mittelfeld rücken, so wäre die Position mit Trybull und Affolter doppelt spielstark besetzt, Bargfrede oder Ignjovski wären dabei eher die defensivstarke Variante.
Das verschafft Möglichkeiten zur Variierung der Mittelfeldraute, je nach Gegner und eigener Spielausrichtung. Man könnte die 6er-Position spielstark (Trybull/Affolter) und dafür die Halbpositionen sehr defensivstark besetzen, indem man zwei Spieler aus dem Paket Bargfrede/Ignjovski/Fritz auswählt.
Für die 10er-Position könnte man dann aus den verbliebenen Spielern (Stand jetzt: Hunt/Juno/Trinks/Ekici) auswählen und aufgrund der jeweils unterschiedlichen Spieltypen den eigenen Spielstil weiter verändern.
Man hätte dann eine spielstarke vertikale Achse, die das Spiel strukturieren könnte und eine defensiv- und laufstarke horizontale Achse, die die Außenverteidiger und den 6er unterstützen, gleichzeitig aber auch Vorstöße nach vorne wagen könnten.
Bei dem Duo Fritz/Ignjovski hätte man zudem zwei Spieler, die ebenfalls die Außenverteidigerpositionen bekleiden können, wodurch ein fluides Aufrücken der nominellen Außenverteidiger ins Mittelfeld bei gleichzeitigem Absichern der Halbpositionen möglich wäre.
Eine Ausrichtung, die bei einer spielerischen Steigerung der defensiven Halbpositionen etwas an die Raute der Micoud-Ära mit Baumann/Micoud auf der Vertikalen und bspw. Ernst/Lisztes auf der Horizontalen erinnert und eher auf schnelles Umschalten ausgerichtet ist. Natürlich qualitativ eine Klasse schwächer als damals.

Variante 2: 1 + 3, Zerstörer + Spielkultur.
Eine andere Variante wäre die, auf die 6 einen defensivstarken Abräumer zu stellen, der in erster Linie die Defensive absichert und den Spielaufbau größtenteils anderen Spielern überlasst.
Das wäre am ehesten möglich, wenn man Bargfrede oder Fritz auf die 6 stellt, Ignjovski war in seinen Auftritten als 6er oft noch zu hektisch, als dass er defensiv wirklich eine Absicherung darstellte. Gut möglich jedoch, dass sich das mit mehr Erfahrung zur neuen Saison ändert. Dann wäre auch er eine Möglichkeit hierfür, die zudem in meinen Augen spielstärker als Bargfrede oder Fritz wäre – obwohl ich ihn mittelfristig ohnehin eher auf den Halbpositionen sehe.
Diese wiederum könnte man in diesem Szenario eher offensiv besetzen, indem man beispielsweise Hunt + Trybull/Juno/Ekici/Trinks aufstellt.
Den 10er wiederum könnte man dann entweder mit einem Sturm/Mittelfeld-Hybriden besetzen, was am ehesten mit Arnautovic möglich wäre, oder mit einem der verbliebenen Mittelfeldspieler. Damit ließe sich wiederum die spielerische Ausrichtung beeinflussen und zudem auch die Besetzung des Sturms.
Insgesamt wäre diese Variante deutlich mehr auf Ballbesitz im vorderen Drittel ausgelegt, sowie auf ein Spiel mit deutlich mehr Pässen und längeren Phasen des Ballbesitzes aufgrund der insgesamt drei eher offensivorientierten und spielstarken Spieler im Mittelfeld sowie einem absichernden Zweikämpfer dahinter.
Problematisch wäre hierbei, dass man defensiv wohl deutlich anfälliger wäre, nicht zuletzt auch bei Kontern, sollten die Halbpositionen weit aufrücken, um den Gegner in der eigenen Hälfte einzuschnüren.
Praktiziert wurde diese Art der Raute im Laufe der Rückrunde bereits, beispielsweise im Auswärtsspiel gegen Hamburg:
Dort hatte man mit Bargfrede besagten Zerstörer als 6er, sowie mit Trybull und Junuzovic eher spielstarke Halbpositionen. Den 10er gab damals Marin, der oft in den Sturm rückte.
Damals spielten Trybull und Junuzovic allerdings eher defensiv, rückten weit nach hinten und man spielte nicht ballbesitzorientiert, sondern schaltete per Passspiel schnell um.
Die Grundordnung war kein 1+3, wie hier in der Überlegung, sondern ein 3+1.
In Zukunft könnte man dies, nach gesteigerter Eingespieltheit im Trainingslager und Verbesserungen im Bereich des Passpiels, kippen.

Variante 3: Das Quadrat.
Es ist mittlerweile schon ein paar Jahre her, da versuchte sich Thomas Schaaf an einer Modifizierung der Raute. Zwar sollte die Anzahl von vier Mittelfeldspielern beibehalten werden, allerdings sollte die Grundordnung von der Raute hin leicht wechseln und zu einem “Quadrat” werden, quasi einer 2-2 Ordnung im Mittelfeld.
Angedacht war damals, eine defensive Achse, quasi eine Doppelsechs, bestehend aus Baumann und Frings zu integrieren.
Davor sollte Diego wirbeln, zusammen mit einem gewissen Carlos Alberto.
Es war der Schritt hin zu einer Formation mit zwei Spielmachern hinter zwei Stürmer, einer dominanteren Offensive und ein Schritt weg von der Abhängigkeit nur eines Spielmachers.
Das Experiment musste allerdings früh abgebrochen werden, weil Platzhirsch Diego äußerte, nie gleichzeitig mit Alberto spielen zu können und dieser zeitgleich seine unrühmliche Ära einläutete.
Wirklich aufgegeben hat Schaaf diesen Ansatz meiner Meinung nach jedoch nicht und so ist es möglich, dass er einen neuen Anlauf unternimmt, diesen System einzuführen.
Möglich wäre dies, indem man mit zwei Spielern aus Trybull/Affolter und Fritz/Bargfrede/Ignjovski eine ausgewogene Defensivachse bildet und davor ein Duo aus Hunt/Ekici/Trinks/Juno platziert.
Ein sehr theoretischer Ansatz, der ohnehin eher marginale Abweichungen von der Raute darstellt, die sich ebenfalls sehr ähnlich zu dieser Ordnung spielen lässt und zwar wie folgt:

Variante 4: 2+2, ein neuer Anlauf in Richtung Balance.
Man besetzt die Positionen des 6ers und der Halbpositionen sowie des Spielmachers ausgewogen. Man wählt bspw. einen defensiven 6er und besetzt eine der Halbpositionen eher defensiv, die andere eher offensiv und postiert davor einen geeigneten weiteren Offensivspieler auf der 10.
Damit könnte man am ehesten versuchen, einen ausgewogenen Spielstil zu finden, mit der sich sowohl eine gute Offensive als auch eine stabile Defensive finden lässt.
Allerdings müssten die Halbpositionen dann viel rochieren, damit kein Übergewicht und damit eine Ausrechenbarkeit auf einer Spielfeldseite besteht, wie es oftmals in dieser Saison der Fall war.
Ein Vorteil dieser Ordnung wäre, dass man das Mittelfeld den individuellen Schwächen der Außenverteidiger anpassen könnte. So ließe sich beispielsweise vor einem offensivstarken aber defensivschwachen Außenverteidiger der defensivere Halbpositionsspieler platzieren und umgekehrt.
Dafür spräche, dass man mit Fritz/Bargfrede/Ignjovski mehrere defensive Spieler hat, dagegen spräche, dass man dann keinerlei Verwendung für einen Spieler wie Affolter auf der 6 hätte, dessen Stärken nicht unbedingt in der Defensive liegen.

Eine andere Variante wiederum wäre folgende:

Variante 5: Totale spielerische Dominanz und Offensive.
Dies ließe sich realisieren, indem man die 6 mit einem spielstarken Spieler wie Trybull oder Affolter besetzen und auf den Halbpositionen sowie auf der Zehn 3 Spieler des Typs Hunt/Juno/Ekici/Trinks installieren würde.
Hierbei würde man das Spiel klar auf offensive Dominanz und Ballsicherheit ausrichten, dabei jedoch womöglich die Defensive vernachlässigen.
Die defensiven Spieler wie Bargfrede/Fritz/Ignjovski könnte man dann von der Bank bringen, um Führungen zu verteidigen oder generell den Spielstil zu verändern.
Diese Variante wäre Schaaf durchaus zuzutrauen, ist er doch ein klarer Befürworter von offensivem und dominantem Fußball.
Dagegen spricht jedoch, dass sowohl Bargfrede als auch Fritz ein hohes Ansehen bei Schaaf genießen und letzterer zudem den Kapitänsbonus innehalten dürfte.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Lukimya Verpflichtung viel Raum für Spekulationen lässt:
Geht ein Innenverteidiger, also beispielsweise Naldo?
Bleiben alle und es rückt ein Innenverteidiger ins Mittelfeld?
Muss Sokratis eventuell doch auf die Rechtsverteidigerposition?
Wird Schaaf auf seine alten Tage vielleicht doch ein Fan des Neo-Catenaccio und baut auf eine Fünferkette in der Abwehr?

Man weiß es nicht, man muss leider – wie so oft – einfach abwarten, was passiert.
Spannend ist das Rätselraten in jedem Fall, insbesondere die möglichen Planspiele im Mittelfeld.

In Meinen Augen am wahrscheinlichsten ist, dass uns Naldo noch verlässt. Er ist der teuerste Spieler im Kader, verdient als einziger noch auf Champions League Niveau und über seiner (dauerhaften) Gesundheit steht noch immer ein großes Fragezeichen.
Dafür spräche außerdem die Prödl-Verlängerung, betonte er doch in der Vergangenheit stets, dass er Stammspieler sein wolle.
Ebenfalls gut möglich ist die Versetzung eines Spielers ins Mittelfeld, denn aus vermeintlichen Insiderkreisen hörte man schon mehrfach, dass solche Planungen eine Rolle spielen würden.

 

Das Ende einer Saison – Der Anfang eines neuen Tiefs?

Die Saison ist vorbei. Endlich, möchte man beinahe sagen.
Nach der Fastabstiegssaison 2010/11 sollte in der Saison 2011/12 alles anders, alles besser werden.
Ekici sollte endlich die Lücke schließen, die Özil seit seinem Wechsel zu den Königlichen hinterlassen hatte.
Lukas Schmitz und perspektivisch auch der U19-Meister Florian Hartherz sollten die traditionelle Problemzone des Linksverteidigers bei Werder lösen.
Andreas Wolf und insbesondere Sokratis Papastathopoulos (so schwer ist der Name echt nicht…) sollten die Abwehr stabilisieren, in der mit Per Mertesacker eine weitere Stütze ging.
Der Abgang Frings’ sollte intern durch die bereits vorhandenen Bargfrede und Wesley aufgefangen werden, mit Aleks Ignjovski hatte man sich zudem nach ewig langem Hickhack, das eine semi-Legendenbildung im Worum zur Folge hatte, die Dienste eines weiteren Mittelfeldtalents gesichert.
Die Abhängigkeit von Claudio Pizarro im Sturm wiederum sollte durch die Rückkehr des “Millionenbergs” sowie den geläuterten Marko Arnautovic und das junge Talent Lennart Thy reduziert werden.

Die Verpflichtung von Tom Trybull, eines defensiven Mittelfeldmannes von Hansa Rostock, geriet dabei ebenso in den Hintergrund wie das Drängen Levent Ayciceks und Özkan Yildirims in den Profikader – bei letzteren Beiden aufgrund schwerer Verletzungen.

Soweit zur Theorie.

Der Saisonbeginn

In der Realität flog Werder in der ersten Pokalrunde gegen Heidenheim raus, Tim Borowski, Stabilisator der vorigen Rückrunde, spielte erst sein vielleicht schwächstes Spiel im Werderdress und verletzte sich dann wieder schwer – er fiel bis zum letzten Spiel gegen Schalke aus, wo er wiederum vom Verein verabschiedet wurde, denn sein Vertrag lief aus.
Auch wenn er bereits im Stadion (auch von mir) gebührend verabschiedet wurde, so komme ich an dieser Stelle dennoch nicht drum rum:

Danke, Tim Borowski. Danke, für 15 Jahre Werder im Herzen. Danke, für zahlreiche tolle Spiele, viele Tore, unvergessliche Erlebnisse, echte “Werder Momente”. Danke, du alter Double-Held. Du wirst immer ein Teil von Werder bleiben!

Was anschließend folgte war ein Saisonstart ohne Claudio Pizarro – schon wieder fiel der Peruaner verletzt aus, in den Medien galt Werder bereits als Kandidat für den Abstiegskampf.
Man begrüßte den FCK im Weserstadion – und gewann 2:0. Der Auftakt einer bärenstarken Heimserie in der Hinrunde, mit nur einer einzigen Niederlage gegen den damaligen und heutigen Meister Borussia Dortmund. Alle anderen Heimspiele wurden gewonnen, die Hinrunde beendete man nach vielen knappen und umkämpften Siegen, die geprägt waren von einer bärenstarken Moral und unbedingtem Kampfgeist auf dem fünften Platz hinter Bayern, Dortmund, dem Überraschungsteam der Saison Gladbach und Schalke 04.
Eine auf dem Papier starke Hinrunde, die jedoch dadurch getrübt wurde, dass nur wenige Spiele wirklich überzeugend gewonnen wurden (bspw. gegen den HSV oder den VfB) und man sich in den letzten drei Spielen je drei Klatschen mit einem Torverhältnis von 1:14 abholte.

Dennoch: Werder hatte die Kritiker Lügen gestraft. Man war kein Abstiegskandidat, doch man war auch kein Spitzenteam. Insgesamt war es eine Situation, mit der man leben konnte, befand man sich doch im Umbruch.
Bis dahin waren die Gewinner der Hinrunde bei Werder klar auszumachen:
Einerseits Clemens Fritz, der durch die Versetzung Sokratis’ auf die Rechtsverteidigerposition endgültig ins Mittelfeld verschoben werden konnte und dort das Mittelfeld defensiv stabilisierte und die überzeugendsten Leistungen seit seiner Nationalmannschaftsform von damals zeigen konnte.
Dann wiederum der bereits erwähnte Sokratis, der als gelernter Innenverteidiger den besten Rechtsverteidiger seit Fritz’ Topform mimte und binnen kürzester Zeit zum Publikumsliebling avancierte.
Andererseits Claudio Pizarro, der nach Auftaktverletzung schnell ins Team zurückfand und seine bisher beste Hinrunde für Werder spielte. Zahlreiche Tore, Doppelpacks, Spiele, die er quasi im Alleingang gewann oder rettete, überzeugende Leistungen.
Zu guter Letzt Aaron Hunt, der auf den Halbpositionen der Raute endlich seine Idealposition fand und viele gute Partien ablieferte, dem Werder Spiel Sicherheit verlieh und endlich anfing, Verantwortung zu übernehmen. Es schien die Saison des Aaron Hunt werden zu können, doch es sollte nicht passieren: Erst brannten ihm die Sicherungen durch und er holte sich bei der Niederlage gegen Bayern vorzeitig sein Urlaubsticket ab, dann kam es wie immer in der Karriere des Aaron Hunt: Er verletzte sich und fiel die komplette Winterpause sowie den Großteil der Rückrunde aus. Fit meldete er sich erst – ausgerechnet, möge man hier denken – zum Rückspiel gegen Bayern. Dort zeigte er ein überzeugendes Comeback und lässt als einer der wenigen Spieler hoffen, doch das kommt später.

Ebenfalls erwähnt sei hier die Rückkehr von Naldo, der nach gefühlt tausendjähriger Pein sein Comeback für Werder geben durfte und auf Anhieb überzeugte. Seine Rückkehr im Derby war ein klassischer Gänsehautmoment – ob nun im Stadion oder vor dem TV.

Die Verlierer der Hinrunde wiederum waren weniger deutlich auszumachen, fielen doch recht wenige Spieler deutlich ab. Genannt werden können hierbei in erster Linie Ekici, der – auch aufgrund von augenscheinlich mangelnder Fitness – weit hinter den Erwartungen zurückblieb sowie Wesley, der es nur auf drei Einsätze brachte, dabei trotz recht hoher Effektivität wenig überzeugend auftrat und dies scheinbar auch nicht mit guten Trainingsleistungen ausgleichen konnte.
Mit Abstrichen ist zudem Marko Marin zu nennen, der nach starkem Saisonbeginn aufgrund von kleineren Verletzungen schnell aus der Form geriet und sich mehr und mehr in kopflose Dribblings verzettelte, ohne Tor blieb und lediglich drei Torvorlagen beisteuern konnte.

Die Winterpause

In der Winterpause geschah traditionell recht wenig, zumindest verglichen mit anderen Vereinen (Wolfsburg, zum Beispiel):
Andi Wolf durfte nach halbjährigem Werder Intermezzo wieder gehen, es zog ihn nach Frankreich zum AS Monaco, nachdem er sich kurz vorher bereits verletzte. Über seine Leistung schreibe ich an dieser Stelle bewusst nichts, da ich kein Fan dieser Art von Innenverteidigern bin. Deshalb belasse ich es bei Folgendem: Er hat gekämpft, immer. Menschlich ein feiner Kerl, danke Andi!
Der Ersatz für ihn war dabei der junge Schweizer Francois Affolter von BSC Young Boys, seines Zeichens U21-/A-Nationalspieler der Schweiz, je nach Gusto des Ottmar Hitzfeld.
Affolter galt und gilt als talentierter, moderner Innenverteidiger mit Stärken in der Ballbehandlung, Geschwindigkeit und Spieleröffnung, dafür jedoch auch sichtbaren Schwächen im körperbetonten Zweikampf sowie dem Kopfballspiel.
Kurzum: Er war das komplette Gegenteil von Wolf.

Nachdem Hunts Verletzung sich schnell als potenziell langwieriger herausstellte, wurde mit Zlatko Junuzovic ein weiterer Spieler aus Österreich verpflichtet, genauer vom FK Austria Wien.
Junuzovic sollte als offensiver Mittelfeldspieler für mehr Kreativität sorgen und insbesondere die Breite der Kreativabteilung erhöhen, nachdem sowohl Marin als auch Ekici bisher hinter den Erwartungen zurück blieben.

Für deutlich mehr Spannung sorgten bei Werder daher nicht die tatsächlichen Transfers, sondern viel mehr die Gerüchte:
Claudio Pizarro wurde vermehrt mit anderen Clubs in Verbindung gebracht, was von ihm durch Aussagen wie “ich weiß nicht was passiert, man muss abwarten und sehen was passiert” mustergültig angeheizt wurde.
Pizarro verlor seine mediale Aufmerksamkeit allerdings schnell an die beiden Brasilianer Werders: Wesley und Naldo.
Die Gründe hierfür war eine an Lächerlichkeit kaum zu überbietende Transferposse seitens brasilianischer Vereine:
Palmeiras und Atletico de Mineiro lieferten sich ein Tauziehen um Wesley, bei dem am Ende Palmeiras den vermeintlichen Zuschlag erhielt. 6 Millionen Euro standen als Ablösumme im Raum, abzuzahlen in drei Raten á 2 Millionen Euro.
Gedauert haben diese Verhandlungen sage und schreibe zwei Monate, weil man lange Zeit keine anständige Bankbürgschaft auftreiben konnte.
Irgendwann wurde dies jedoch geklärt, Wesley wechselte und wurde alsbald von seiner Werder Vergangenheit eingeholt: Kreuzbandriss, mehrere Monate Pause.
Gute Besserung an dieser Stelle Wes, das wünscht man niemandem.

Überboten wurde dieses Hickhack jedoch noch vom Baggern brasilianischer Vereine an Naldo.
Ganz im Stile des Austin Powers Erzfeindes Dr. Evil kam eine Delegation nach Bremen und bot für Naldo sagenhafte one million dollars Euro.
Ein lächerliches Angebot, das von Klaus Allofs medial wie folgt kommentiert wurde: “Nur weil ich nett war, habe ich ihn [den Klub-Agenten] nicht sofort rausgeworfen.”

Ja, das war schon eine witzige Geschichte.
Naldo wiederum blieb – und fiel bis zum Spiel gegen Gladbach aus. Typisch, irgendwie.

Das positive Ereignis der Winterpause war das Aufrücken Tom Trybulls – des Spielers, den vorher nur diejenigen auf dem Schirm hatten, die ihn in der U23 (oder vorher) spielen sahen.
Ein Spieler, von dem ich binnen kürzester Zeit zu einem waschechten Fanboy wurde.
19 Jahre alt, mittlerweile Stammspieler im zentralen defensiven Mittelfeld der Werderraute.
Ein Spieler, der eine ungeheure Spielintelligenz und Übersicht aufweist, in der Lage ist, klare öffnende und strukturierte Pässe zu spielen, unter Druck die Ruhe zu bewahren und sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen.
Kurzum: Ein Spieler, der von den Anlagen her wie geschaffen scheint für die 6er Position, wenn er physisch zulegt.
Doch ich greife wieder vor…

Die Rückrunde

Ich fass mich kurz: Was für eine ……..

Doch langsam:
Werder startete nach einem traditionell schwachen Wintertrainingslager samt obligatorischer Niederlagen auswärts gegen den FCK in die Rückrunde.
Als Lehren der Hinrundenabschlussdebakel sollte dabei die Abwehr stabilisiert werden: Fritz rückte vom Mittelfeld zurück auf die Rechtsverteidigerposition, Sokratis in die Mitte. Dort bildete er aufgrund von Naldos Verletzung ein Duo mit Sebastian Prödl.
Dieses Duo wirkte solide, bis Kouemaha sich dazu entschied, Prödl das Nasenbein zu brechen.
Eine Szene, die für mich das größte Armutszeugnis eines Schiedsrichters in dieser Saison darstellt.
Das wäre noch halbwegs zu verschmerzen, hätte der Schiedsrichter seinen Fehler danach wenigstens eingesehen und sich entschuldigt. Fehler können passieren, dafür reißt einem niemand den Kopf ab.
Doch stattdessen entschied sich der nette Herr so zu tun, als habe er die Szene gar nicht gesehen – trotz eindeutiger Fernsehbilder, die ihn dabei zeigen, wie er
1) Direkt das Geschehen ansieht
und
2) Die Pfeife bereits im Mund hatte, sie dann jedoch rausnahm.

Werder hätte in dieser Szene einen Elfmeter und Kouemaha einen Platzverweis erhalten müssen – beides blieb aus, stattdessen musste Prödl ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Das Spiel endete 0:0, immerhin blieb man ohne Gegentor.
Es folgte der Beginn des Bremer Jugendwahns:
Gegen Leverkusen startete Werder mit einer der jüngsten Werdermannschaften aller Zeiten.
Florian Hartherz, Tom Trybull, Francois Affolter, so hießen die neuen Jünglinge Werders, vermeintlich neue Gesichter eines vermeintlich neuen Werders.
Das Spiel war hart umkämpft, leidenschaftlich geführt, von den Fans leidenschaftlich unterstützt und es endete Unentschieden, wie so oft zwischen Leverkusen und Werder.

Zwei Punkte aus den beiden Auftaktpartien, für Werderverhältnisse ein guter Rückrundenstart doch die Zweifler mehrten sich.
Im Anschluss spielte man wieder Unentschieden, diesmal auswärts gegen Freiburg.
Dann wieder Unentschieden, zu Hause gegen Hoffenheim.
Vier Punkte aus vier Spielen, man verlor den Anschluss nach oben, wo man doch eigentlich auf die Champions League schielen wollte.
Dann war wieder Derbyzeit und Thomas Schaaf überraschte viele Kritiker mit einer taktisch bestens eingestellten Mannschaft um die dabei herausragenden Wiese (typische Derbyform), Sokratis, Trybull und Marin.
Man gewann verdient mit 3:1, brach den Fluch der orangenen Auswärtstrikots und wollte endlich eine Aufholjagd einläuten.
Was folgte, war die große Ernüchterung:
Viele Unentschieden, viele Niederlagen.
Nur ein einziger weiterer Sieg gelang, wieder im Derby, zu Hause gegen Hannover 96 mit 3:0.

Claudio Pizarro wirkte die gesamte Rückrunde über unfit, fand nie zu seiner Hinrundenform und spielte oftmals ganz schwach.
Über der Mannschaft schwebte konstant die bei vielen unsichere Vertragssituation, es kamen weitere kleinere und schwerere Verletzungen hinzu: Marin, Ekici, Bargfrede, Hartherz, Arnautovic, u.A..

Am Ende stehen nun 13 Punkte aus 17 Partien in der schlechtesten Rückrunde der Vereinsgeschichte und die erneut verpasste Qualifikation fürs internationale Geschäft.
42 Punkte hat man zum Abschluss auf dem Konto, 41 waren es in der Vorsaison, in der man bis zum Schluss gegen den Abstieg spielte.
Selbiges hätte erneut passieren können, wären die anderen Vereine nicht ähnlich schlecht gewesen.
Unter dem Strich steht: Saisonziele verpasst. Zum zweiten Jahr in Folge.

Endlich vorbei

Nach Saisonende mehrt sich nun die Kritik, die Rufe nach Veränderungen werden lauter in Bremen.
Die einen schieben es ganz simpel auf die Raute und fordern einen Systemwechsel, der ihrer Meinung nach alles besser machen würde.
Das wiederum ist mir viel zu simpel, beschreibt es doch keinesfalls die Probleme Werders im Detail sondern dient nur einer oberflächlichen, in meinen Augen unreflektierten Stammtischkritik.
Andere schieben es auf die Verletztensituation, was mir ebenfalls zu einfach ist, schließlich muss man sich hier mittlerweile fragen, wo dafür die Gründe liegen.

Ebenso simpel ist die Kritik eines gewissen Jörg Wontorra, der auf Stammtischniveau – da muss ich den Vereinsoffiziellen sogar mal zustimmen – den Verein in Frage stellt.
Dabei meine ich in erster Linie seine oberflächlichen Parolen wie “frischen Wind reinbringen” oder “der Fisch stinkt am Kopf zuerst”.
Ein Journalist mit Anspruch sollte Reflektierteres zustande bringen.
Getoppt wird das nur von albernen Verbesserungsvorschlägen, wie beispielsweise Thomas Schaaf als Sportdirektor und Holger Stanislawski als neuem Trainer.
Bei aller Sympathie zu Stani, so hat er in der ersten Liga doch noch rein gar nichts gezeigt und stellt keinesfalls eine Verbesserung zu Thomas Schaaf dar, was in meinen Augen die Voraussetzung für einen Trainerwechsel ist, den ich – wie hier geschildert – ebenfalls befürworte.
Nein, die Probleme Werders sind deutlich weitreichender:
– Defizite in den taktischen wie spielerischen Basics (Passspiel (Druck und Präzision), Laufwege, Vor- und Rückwärtsbewegung, Nachrücken, Pressing, Unterstützung im defensiven wie offensiven Zweikampf)
– Eine nach wie vor ungeklärte Verletztenmisere, die definitiv nicht nur auf Pech zurückzuführen ist. Hier muss ganz klar die gesamte medizinischen Betreuung durchleuchtet werden.
– Eine unausgewogene Kaderzusammenstellung, die scheinbar zu wenige passende Spielertypen für Schaafs Verständnis vom Fußball bietet.
– Erhebliche Formschwächen einzelner Spieler, überwiegend der verdienten Spieler (Pizarro/Fritz in der Rückrunde, mit Abstrichen Wiese und Rosenberg (in der Hinrunde))
– Eine schwache Hierarchie, die zu wenige Führungsspieler beeinhaltet. Zu nennen sind hierbei lediglich Fritz, der jedoch selten gut spielt sowie Prödl. Pizarro und Naldo versagen hier aufgrund ihrer Wechselbekundungen auf ganzer Linie, ebenso Sokratis (trotz großer Sympathie) und Wiese.
Rosenberg hat zwar nebst einer guten Rückrunde auch menschlich eine tadellose Saison abgeliefert und wieder bewiesen, wie sympathisch er ist, ein “Leader” im klassischen Sinne ist er jedoch nicht.

Es bleibt daher zu konstatieren, dass eine Menge getan werden muss in Bremen.
Offensichtliche Problemzonen im Kader müssen behoben (RV, OM/ZM, ST, Führungsspielerproblematik), Abgänge (Wiese, Marin, Piza, Rosenberg) ersetzt werden, gleichzeitig muss jedoch der Gehaltsetat aufgrund der verpassten sportlichen Ziele weiter gesenkt werden.
Dabei muss jedoch keiner denken, man sei finanziell schlecht aufgestellt. Das mag von den Medien gerne so publiziert werden, stimmt jedoch nicht.
Nach den Abgängen wurde der Gehaltsetat bereits jetzt erheblich gesenkt, Neuzugänge dürften teils deutlich weniger verdienen, durch Marin und Wesley konnte man zudem einiges an Ablösesummen generieren.
Man darf keine große Transferoffensive erwarten, zumal man aufgrund der Notwendigkeit vieler Transfers ohnehin eher nach günstigeren Spielern Ausschau halten wird, jedoch braucht in Bremen keiner befürchten, dass der Kader aufgrund finanzieller Zwänge gar nicht verstärkt werden könne.

Hoffnung auf eine bessere nächste Saison oder zumindest eine gewissene Vorfreude erwecken bei mir in erster Linie Trybull, Hunt, Sokratis, Hartherz, Füllkrug, Mielitz und Aycicek.
Man hat viele junge, talentierte Spieler, aus denen gute Bundesligaspieler werden können.
Was fehlt sind momentan die Führungsspieler, die ihnen bei der Entwicklung helfen.
Diese gilt es, unter Anderem, zu verpflichten.
Es muss eine gute Balance gefunden werden, eine positive Stimmung im Team und im Umfeld erweckt werden, man muss sich insgesamt aufs Schärfste hinterfragen, die richtigen Hebel umlegen und sich den ***** aufreißen, dann bin ich davon überzeugt, dass die nächste Saison besser wird.

Noch habe ich Vertrauen in das Team, zumindest in manche.
Ich hoffe inständig, dass ich nicht enttäuscht werde.

Dennoch, einer Sache bin ich mir bewusst:

Egal was auch passiert, ich stehe zu diesem Verein – in guten wie in schlechten Zeiten.
Das, was ich als Fan tun kann, das werde ich tun. Ich werde diese Mannschaft unterstützen, ich werde sie anfeuern, ich werde mitfiebern.

Lebenslang Grün-Weiß!

Keine Stimme für Werder

Wie ihr seht herrscht hier immer noch gähnende Leere. Am Sonntag nach dem Spiel ließ mich leider meine Stimme im Stich und wir konnten nicht aufnehmen. Danach passte es zeitlich einfach nicht.

Stattdessen werden wir nun versuchen, vor Samstag noch eine Kurzausgabe zu machen und dann am Sonntag wieder eine reguläre (Podcast-)Ausgabe.

Stammtisch heute nur als Podcast

Der für heute Abend geplante Stammtisch wird nach den letzten beiden Absagen stattfinden, allerdings wird es diesmal keine Live-Übertragung geben. Da wir derzeit nur zwei feste Teilnehmer haben, ist es für uns besser und einfacher, den Stammtisch aufzunehmen, weil wir so Gäste mit dazu holen können, die nicht vor Ort sein können. Dadurch können wir den Stammtisch personell und thematisch anreichern.

Heute nach dem Spiel werden wir das Ganze also aufnehmen und dann hier im Blog als MP3 (und natürlich als Podcast bei iTunes) veröffentlichen. Irgendwann werden wir auch wieder einen Live-Stammtisch anbieten, aber momentan ist es für uns nicht wirklich sinnvoll umzusetzen.

Weichenstellung gegen Hannover

Nach den enttäuschenden Ergebnissen und zuletzt einer (dem vernehmen nach – ich habe das Spiel nicht gesehen) äußerst dürftigen Leistung in Berlin, gibt es für Werder heute ein direktes Duell um Platz 6. Da Leverkusen verloren und auch Stuttgart nur einen Punkt geholt hat, wäre der Sieger auch der große Gewinner des Spieltags. Verliert Werder erneut, droht man langsam aber sicher ins Mittelfeld abzurutschen.

Auch wenn die letzten Spiele gegen Hannover in keiner guten Erinnerung blieben, hat Werder eine starke Bilanz gegen die Niedersachsen. 96 hat seit neun Jahren nicht in Bremen gewonnen und sich in schöner Regelmäßigkeit Klatschen abgeholt. Diese Statistik ist eine schöne Erinnerung an bessere Zeiten, nützt Werder in der aktuellen Situation jedoch wenig. Aller Zuversicht bezüglich der Entwicklung des jungen Teams zum Trotz muss jetzt eine Reaktion kommen, will man nicht völlig aus der Spur und in die erste richtige Krise dieser Saison geraten.

Veränderungen bei Grünweiß

Es gibt Veränderungen bei Grünweiß, die wir euch mitteilen wollen bzw. müssen:

Kata ist aus persönlichen Gründen ab sofort nicht mehr bei Grünweiß dabei und wird auch zukünftig nicht mehr an den Stammtischen teilnehmen.

Joey ist aus Zeitmangel leider vorerst auch nicht mehr bei den Stammtischen dabei, bleibt aber Teil des Teams und wird hier im Blog gelegentlich Beiträge verfassen. Wir hoffen, dass er ab Sommer wieder regelmäßig dabei sein kann.

Wie ihr seht, sind wir derzeit nur zu zweit, weshalb auch der Stammtisch am letzten Sonntag so spontan ausfallen musste. Deshalb suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n:

Stammtisch-Teilnehmer/in

Wir bieten:

  • Einen festen Platz in unserer Stammtisch-Runde.
  • Niveauvolle Gespräche über Werder Bremen und den Fußball allgemein.
  • Die Möglichkeit, deine Meinung auch in schriftlicher Form in unserem Blog zu verewigen.
  • Ruhm und Ehre.

Dein Profil:

  • Du musst kein glühender Werder-Fan sein, aber eine gewisse Sympathie für den Verein sollte vorhanden sein.
  • Du hast Interesse am Fußball, auch jenseits des Boulevard-Niveaus.
  • Du hast Lust und Zeit, an unseren Stammtischen einigermaßen regelmäßig teilzunehmen. Du musst nicht bei jedem Stammtisch dabei sein, aber ein bisschen zeitliche Flexibilität wäre schön.
  • Du hast Lust, gelegentlich einen Blogeintrag zu vefassen. Erfahrung in dem Bereich brauchst du nicht zu haben.
  • Du hast einen Computer, ein Mikrofon und idealer Weise auch eine Webcam.

Bei Interesse bitte eine Mail an kontakt(at)gruenweiss(punkt)org schicken.

Zum Schluss noch eine schlechte Nachricht: Auch am kommenden Sonntag wird es keinen Stammtisch geben. Da wir derzeit nur zu zweit sind und weder Anna noch Tobias am Samstag das Spiel gegen Hertha BSC schauen können, macht ein Stammtisch diese Wochenende wenig Sinn. Die Woche darauf findet wieder ein Stammtisch statt.

Grünweiß – Jetzt auch als Podcast!

Wie angekündigt gibt es Grünweiß nun auch als Podcast. Ab sofort könnt ihr die Stammtische immer am Tag nach der Übertragung als reines Audio-File runterladen und euch dann in Ruhe auf eurem MP3-Player, Smartphone oder Computer anhören. Bald ist der Podcast auch im iTunes-Store erhältlich. Bis dahin könnt ihr ihn direkt hier auf der Seite herunterladen.

Hier ist die gestrige Ausgabe für euch zum Anhören und als Download:

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