Der postsaisonale Reiz, oder auch: Im Rausch des Transferfensters!

Die Saison ist endgültig vorbei, die meisten Spieler sind entweder in den Urlaub aufgebrochen oder reisen zu ihren Nationalmannschaften.
Einige wenige Spieler sind noch in Bremen und arbeiten nach Verletzungen an ihrer Fitness, doch die spielen eher eine untergeordnete Rolle.
Was nun zählt, sind nicht die Spieler, sondern, naja, die Spieler!
Frei nach dem Motto: Das neue Spielzeug ist immer besser fiebert ein jeder Fußballfan nach der Saison den Neuverpflichtungen entgegen.
Seien es Hochkaräter oder nur Ergänzungsspieler, Stürmer oder Abwehrspieler, ein Transfer ruft immer unweigerlich ein kleines Kribbeln hervor, ein Gefühl des Wandels und des Aufbruchs in neue, hoffentlich bessere Zeiten.

Insbesondere bei Werder ist dieses Gefühl in diesem Sommer sehr stark ausgeprägt, steckt der Verein doch mitten im Umbruch. Das heißt, dass uns einerseits viele Spieler verlassen (haben), wie zum Beispiel Rosenberg, Pizarro, Wiese oder Borowski, andererseits jedoch auch viele neue Spieler zum Team hinzustoßen werden – oder bereits hinzugestoßen sind.

Um letztere Kategorie, die bereits getätigten Transfers, wird es hierbei hauptsächlich gehen.

Wer ist neu?

Nachdem es vielen erst nicht schnell genug hätte gehen können und man in Bremen gefühlt schon lange auf Transfers wartet, ging es seit gestern Schlag auf Schlag:
Erst unterschrieb Raphael Wolf für drei Jahre und beendete die Miele-Konkurrenz-Spekulationen auf der Torwartposition.
Wolf ist ein junger, 23 jähriger aber dennoch erfahrener Torwart, der aus Österreich vom Bundesliga-Absteiger SV Kapfenberg kommt. Dort war er seit drei Jahren die Nummer 1 zwischen den Pfosten und galt bis zuletzt als einer der besten Keeper der dortigen Liga, trotz des eher mäßigen Klubs.

Heute dann wurde der Transfer des Herthaner U19-Torwarts Richard Strebinger bekanntgegeben, der vorerst in der U23 spielen und sich eventuell für höhere Aufgaben empfehlen soll. Dort wird er sich wahrscheinlich einen Vierkampf mit Vander, dem lange verletzten Reisacher und Düker stellen müssen.

Anschließend wurde die Vertragsverlängerung mit Sebastian Mielitz bis 2014 bekanntgegeben, was ebenfalls eine sehr erfreuliche Nachricht darstellt.
Soweit, so gut. Bis hierhin war das alles wenig überraschend.

Umso überraschender war es dann aber, als die Sportbild bei Twitter plötzlich verkündete, dass Assani Lukimya-Mulongoti von Fortuna Düsseldorf an die Weser wechselte.
Zwar war im Worum am Samstag schon zu lesen, dass angeblich ein Auto mit Kennzeichen WW (Wolf Werner?) am Weserstadion parkte und auch Lukimya selber sei angeblich gesichtet worden, doch so wirklich glauben wollte das niemand, bis Werder es auf der eigenen Homepage bestätigte.
Lukimya ist ein 26 jähriger, großgewachsener (1,90m) Innenverteidiger, dessen Stärken im Defensivzweikampf und Kopfballspiel liegen. Die Spieleröffnung wiederum ist keine seiner Stärken, doch dazu später mehr.
“Luki”, wie er genannt wird, kommt ablösefrei, sein Vertrag lief aus und ein bereits vorher beim 1. FC Köln unterzeichneter Vertrag ist aufgrund des Abstiegs der Kölner ungültig.

Die Frage, die sich nach Lukimyas Verpflichtung vielen stellt, ist: Wieso noch ein Innenverteidiger?
Angesichts der Tatsache, dass man mit Sokratis, Naldo, Prödl und Affolter bereits vier Innenverteidiger im Kader hat ist diese Frage berechtigt und es gibt mehrere Ansätze, um dies zu erklären.

Wohin mit den Verteidigern?

Vorweg: Eine Fünferkette ist nicht zu erwarten, wenngleich man damit mit Glück die Defensivanfälligkeit lindern könnte – kleiner Scherz.

In meinen Augen gibt es mehrere Optionen, manche mehr, manche weniger wahrscheinlich, die eine Lukimya Verpflichtung sinnvoll erscheinen lassen.

Variante 1: Ein Innenverteidiger geht.
Angesichts der plötzlichen Verpflichtung eines Innenverteidigers und des momentanen Überschusses von 5 IV bei 2 Positionen erscheint diese Variante als sehr wahrscheinlich.
Die möglichen Kandidaten eines Abgangs wären hierbei Naldo, Sokratis und Affolter.
Ein Abgang von Affolter ist hierbei jedoch eher unwahrscheinlich, da er noch bis Winter ausgeliehen ist und man sich bewusst für diese Modalitäten entschied, da ein halbes Jahr nach eigener Aussage zu kurz sei, um den Spieler wirklich bewerten zu können.
Sokratis zu verkaufen wäre wiederum ähnlich unwahrscheinlich, besitzt er doch noch einen langen Vertrag und ist unangefochtener Leistungsträger. Dafür spräche jedoch, dass er im Falle eines Verkaufs eine Ablösesumme von 12-15 Millionen generieren könnte, was angesichts des Umbruchs sehr hilfreich sein könnte.
Diese Variante würde allerdings sehr negativ aufgefasst werden, ist Sokratis doch binnen kürzester Zeit zum Publikumsliebling avanciert und könnte bei gleichbleibenden oder sogar besseren Leistungen in den Folgesaisons noch deutlich höhere Beträge erzielen.
Deutlich wahrscheinlicher ist daher der Abgang Naldos, da er erstens teuer ist und zweitens ein enormes Risiko darstellt: Zwar ist er in Topform einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga, doch ist eben diese Topform bei ihm kaum zu gewährleisten angesichts seiner dramatischen Verletzungsproblematik in den letzten zwei Jahren.
Bei einer Vertragsverlängerung mit ihm würde man sich angesichts der sportlichen Situation finanziell nach wie vor strecken müssen und das, ohne zu wissen, ob er überhaupt wieder über einen längeren Zeitraum Leistung erbringen kann.
Sollte er nicht verlängern, wäre zudem dieses Jahr die einzige Chance, mit ihm noch eine kleine Ablösesumme zu erzielen. Begehrt ist Nana in Brasilien und dort würde er nach eigener Aussage auch gerne hin, obwohl er eigentlich gerne hier bleiben würde aber dann doch wieder gerne nach Brasilien möchte. Oder so ähnlich.
Momentan stehen die Zeichen öffentlich allerdings auf Vertragsverlängerung, traf man sich doch letztens und berichtete beiderseits, wie positiv das Gespräch doch verlaufen sei.
Abwarten.

Variante 2: Sokratis als Rechtsverteidiger.
Eine Möglichkeit ist es, Sokratis wie in der Hinrunde als Rechtsverteidiger einzuplanen. Das hat er lange Zeit gut gemacht, defensiv stand man oft relativ stabil und mit Naldo/Prödl/Affolter/Lukimya könnte man nach wie vor ein gutes Abwehrzentrum bilden.
Außerdem könnte man so die Schwachstelle des Rechtsverteidigers schließen, nachdem Fritz in der Rückrunde dort kaum passable Spiele ablieferte und zur neuen Saison dauerhaft ins Mittelfeld versetzt werden soll.
Dennoch: Sokratis ist Innenverteidiger, das hat er mit einer erheblichen Leistungssteigerung auf seiner Stammposition in der Rückrunde bewiesen und auch Schaaf hat bestätigt, dass Sokratis für die Innenverteidigung geholt wurde.
Außerdem ist Sokratis’ Zukunft aufgrund der sportlich schlechten Situation nach wie vor nicht zu 100% gesichert und auch wenn ich nicht glaube, dass Werder ihn angesichts seines langfristigen Vertrages für marktgerechte Summen verkaufen würde, so muss man es doch nicht darauf anlegen, seine Laune zu verschlechtern.
Fazit: Variante 2 ist sehr unwahrscheinlich.

Variante 3: Ein Innenverteidiger rückt ins Mittelfeld.
Auch diese Option wird angeblich schon länger in Betracht gezogen.
Zur Auswahl stehen hierbei Naldo, Sokratis und auch Affolter.
Naldo durfte sich zum Ende der Rückrunde bereits mehrfach im Mittelfeld versuchen: Im Heimspiel gegen Gladbach, auswärts gegen Stuttgart und erneut zu Hause gegen Schalke.
Seine Leistungen waren dabei jeweils schwach. Als Innenverteidiger lebt Naldo von einer für seine Größe und im Vergleich zu anderen Innenverteidigern guten Schnelligkeit und Beweglichkeit, einem sehr starken Zweikampfverhalten, Überlegenheit im Luftzweikampf, einer recht guten Übersicht und einer vergleichsweise guten, aber überwiegend aus energischen Vorstößen bestehenden Spieleröffnung.
Im Mittelfeld ist er als 6er weder überdurchschnittlich schnell, noch besonders spielstark. Insgesamt hat er weniger Zeit und Raum, worunter seine Stärken leiden und seine Schwächen hevorgehoben werden: Sein Stellungsspiel vor der Abwehr ist mangelhaft, er vermag es nicht, Pässe in die Schnittstellen der Abwehr zu verhindern und er ist mit den schnelligen, wendigen Angreifern hinter seinem Rücken überfordert.
Das Experiment “Naldo als 6er” kann man daher getrost als “gescheitert” betrachten.

Ebenfalls oft erwähnt wird die Möglichkeit, Sokratis als Kampfhund ins defensive Mittelfeld zu stellen. Auf den ersten Blick erscheint das plausibel, ist er doch schneller und wendiger als bspw. Naldo, hat mehrfach bewiesen, dass er auch gegen wendige und schnelle Spieler bestehen kann und  strahlt auch eine gewisse Stärke im Luftzweikampf aus.
Auch wird gerne behauptet, er habe ja zumindest eine bessere Spieleröffnung als Bargfrede, der gerne als Negativbeispiel hierfür erwähnt wird.
Dazu lässt sich sagen: Nein, hat er nicht.
Sokratis’ Spieleröffnung besteht als Innenverteidiger in erster Linie aus langen Bällen in die Spitze, die nicht mal besonders oft ankommen. Ab und zu startet er zudem Läufe wie einst Lucio, die jedoch ebenfalls selten nützlich enden.
Defensiv ist er hervorragend, ja. Insgesamt ist er ein fantastischer Typ, ja. Aber ein guter 6er? Sicher nicht. Zumal sich auch hier wieder die Problematik stellt, dass ihm das missfallen könnte.
Auch die Argumentation, dass Sokratis doch bei der WM 2010 mit Griechenland Messi so fantastisch aus dem Spiel genommen hätte, als er als 6er auflief, zählt nicht.
Sokratis spielte nicht als 6er, er hatte eine relativ freie Rolle als Kettenhund und sollte nichts weiter tun, als Messis Spiel zu zerstören.

Bleibt noch ein letzter Verteidiger, der im Zuge von Mittelfeldspekulationen genannt wird: Francois Affolter.
Werders junger Schweizer Nachwuchsverteidiger, der momentan von den BSC Young Boys ausgeliehen ist.
Seine Stärken liegen, auch wenn das mittlerweile viele anders sehen, klar in der Spieleröffnung. Er beweist des Öfteren eine gute Übersicht für den freien Raum und versucht, entweder selbst mit Ball am Fuß in diese Vorzustoßen oder den Ball in eben diese Räume zu spielen. Auch seine langen Bälle sind ungemein präziser als die von Sokratis oder auch Naldo.
Zudem ist er schnell und wendig, hat einen guten Antritt und eine gute Technik und Ballführung.
Seine Schwächen sind dafür ebenso deutlich: Sein Zweikampfverhalten am Boden und in der Luft.
Das Zweikampfverhalten am Boden ist, das muss man in aller Deutlichkeit sagen, für einen Innenverteidiger mangelhaft.
Oft wirkt er viel zu lässig, geht zu körperlos in die Zweikämpfe, möchte zu viele “Dinge” spielerisch lösen.
Das ist an sich ein moderner, lobenswerter Ansatz, führt aber oft auch zu brenzligen Situationen, ebenso wie seine gelegentlichen Konzentrationsschwächen und daraus resultierenden katastrophalen Abspielfehler.
Daran muss er arbeiten, ohne Wenn und Aber.
Sein Kopfballspiel ist zudem ebenfalls schwach und führt bei Werder zu einer gesteigerten Anfälligkeit bei Ecken, Freistößen oder Flanken generell.

Im Mittelfeld könnte Affolter meiner Meinung nach jedoch eine ähnliche Entwicklung nehmen, wie sie damals Franky Baumann gelang: Die von einem Innenverteidiger mit Schwächen im direkten Zweikampf hin zu einem sehr guten Rautensechser mit guter Übersicht, intelligentem, raumorientierten Spiel und guter Spieleröffnung.
Er wäre daher definitiv einen Versuch als Mittelfeldspieler wert und könnte auch spielerisch einen guten Backup für Trybull geben, der seine Stärken ebenfalls mehr in der Spieleröffnung als im direkten Defensivzweikampf hat, anders als beispielsweise Bargfrede oder Ignjovski.
Nichtsdestotrotz: Funktionieren kann das nur, wenn er und Tybull auch kräftig an Körpermasse zulegen und sich im Bereich des Defensivzweikampfs verbessern.

Die Versetzung eines der Verteidiger ins defensive Mittelfeld könnte weitere Auswirkungen auf die Planungen Werders haben, die die Ausrichtungen des Mittelfelds beeinflussen könnten.

Umstrukturierungen der Mittelfeldraute

Variante 1: Defensivstarke Halbpositionen.
Sollte beispielsweise Affolter ins defensive Mittelfeld rücken, so wäre die Position mit Trybull und Affolter doppelt spielstark besetzt, Bargfrede oder Ignjovski wären dabei eher die defensivstarke Variante.
Das verschafft Möglichkeiten zur Variierung der Mittelfeldraute, je nach Gegner und eigener Spielausrichtung. Man könnte die 6er-Position spielstark (Trybull/Affolter) und dafür die Halbpositionen sehr defensivstark besetzen, indem man zwei Spieler aus dem Paket Bargfrede/Ignjovski/Fritz auswählt.
Für die 10er-Position könnte man dann aus den verbliebenen Spielern (Stand jetzt: Hunt/Juno/Trinks/Ekici) auswählen und aufgrund der jeweils unterschiedlichen Spieltypen den eigenen Spielstil weiter verändern.
Man hätte dann eine spielstarke vertikale Achse, die das Spiel strukturieren könnte und eine defensiv- und laufstarke horizontale Achse, die die Außenverteidiger und den 6er unterstützen, gleichzeitig aber auch Vorstöße nach vorne wagen könnten.
Bei dem Duo Fritz/Ignjovski hätte man zudem zwei Spieler, die ebenfalls die Außenverteidigerpositionen bekleiden können, wodurch ein fluides Aufrücken der nominellen Außenverteidiger ins Mittelfeld bei gleichzeitigem Absichern der Halbpositionen möglich wäre.
Eine Ausrichtung, die bei einer spielerischen Steigerung der defensiven Halbpositionen etwas an die Raute der Micoud-Ära mit Baumann/Micoud auf der Vertikalen und bspw. Ernst/Lisztes auf der Horizontalen erinnert und eher auf schnelles Umschalten ausgerichtet ist. Natürlich qualitativ eine Klasse schwächer als damals.

Variante 2: 1 + 3, Zerstörer + Spielkultur.
Eine andere Variante wäre die, auf die 6 einen defensivstarken Abräumer zu stellen, der in erster Linie die Defensive absichert und den Spielaufbau größtenteils anderen Spielern überlasst.
Das wäre am ehesten möglich, wenn man Bargfrede oder Fritz auf die 6 stellt, Ignjovski war in seinen Auftritten als 6er oft noch zu hektisch, als dass er defensiv wirklich eine Absicherung darstellte. Gut möglich jedoch, dass sich das mit mehr Erfahrung zur neuen Saison ändert. Dann wäre auch er eine Möglichkeit hierfür, die zudem in meinen Augen spielstärker als Bargfrede oder Fritz wäre – obwohl ich ihn mittelfristig ohnehin eher auf den Halbpositionen sehe.
Diese wiederum könnte man in diesem Szenario eher offensiv besetzen, indem man beispielsweise Hunt + Trybull/Juno/Ekici/Trinks aufstellt.
Den 10er wiederum könnte man dann entweder mit einem Sturm/Mittelfeld-Hybriden besetzen, was am ehesten mit Arnautovic möglich wäre, oder mit einem der verbliebenen Mittelfeldspieler. Damit ließe sich wiederum die spielerische Ausrichtung beeinflussen und zudem auch die Besetzung des Sturms.
Insgesamt wäre diese Variante deutlich mehr auf Ballbesitz im vorderen Drittel ausgelegt, sowie auf ein Spiel mit deutlich mehr Pässen und längeren Phasen des Ballbesitzes aufgrund der insgesamt drei eher offensivorientierten und spielstarken Spieler im Mittelfeld sowie einem absichernden Zweikämpfer dahinter.
Problematisch wäre hierbei, dass man defensiv wohl deutlich anfälliger wäre, nicht zuletzt auch bei Kontern, sollten die Halbpositionen weit aufrücken, um den Gegner in der eigenen Hälfte einzuschnüren.
Praktiziert wurde diese Art der Raute im Laufe der Rückrunde bereits, beispielsweise im Auswärtsspiel gegen Hamburg:
Dort hatte man mit Bargfrede besagten Zerstörer als 6er, sowie mit Trybull und Junuzovic eher spielstarke Halbpositionen. Den 10er gab damals Marin, der oft in den Sturm rückte.
Damals spielten Trybull und Junuzovic allerdings eher defensiv, rückten weit nach hinten und man spielte nicht ballbesitzorientiert, sondern schaltete per Passspiel schnell um.
Die Grundordnung war kein 1+3, wie hier in der Überlegung, sondern ein 3+1.
In Zukunft könnte man dies, nach gesteigerter Eingespieltheit im Trainingslager und Verbesserungen im Bereich des Passpiels, kippen.

Variante 3: Das Quadrat.
Es ist mittlerweile schon ein paar Jahre her, da versuchte sich Thomas Schaaf an einer Modifizierung der Raute. Zwar sollte die Anzahl von vier Mittelfeldspielern beibehalten werden, allerdings sollte die Grundordnung von der Raute hin leicht wechseln und zu einem “Quadrat” werden, quasi einer 2-2 Ordnung im Mittelfeld.
Angedacht war damals, eine defensive Achse, quasi eine Doppelsechs, bestehend aus Baumann und Frings zu integrieren.
Davor sollte Diego wirbeln, zusammen mit einem gewissen Carlos Alberto.
Es war der Schritt hin zu einer Formation mit zwei Spielmachern hinter zwei Stürmer, einer dominanteren Offensive und ein Schritt weg von der Abhängigkeit nur eines Spielmachers.
Das Experiment musste allerdings früh abgebrochen werden, weil Platzhirsch Diego äußerte, nie gleichzeitig mit Alberto spielen zu können und dieser zeitgleich seine unrühmliche Ära einläutete.
Wirklich aufgegeben hat Schaaf diesen Ansatz meiner Meinung nach jedoch nicht und so ist es möglich, dass er einen neuen Anlauf unternimmt, diesen System einzuführen.
Möglich wäre dies, indem man mit zwei Spielern aus Trybull/Affolter und Fritz/Bargfrede/Ignjovski eine ausgewogene Defensivachse bildet und davor ein Duo aus Hunt/Ekici/Trinks/Juno platziert.
Ein sehr theoretischer Ansatz, der ohnehin eher marginale Abweichungen von der Raute darstellt, die sich ebenfalls sehr ähnlich zu dieser Ordnung spielen lässt und zwar wie folgt:

Variante 4: 2+2, ein neuer Anlauf in Richtung Balance.
Man besetzt die Positionen des 6ers und der Halbpositionen sowie des Spielmachers ausgewogen. Man wählt bspw. einen defensiven 6er und besetzt eine der Halbpositionen eher defensiv, die andere eher offensiv und postiert davor einen geeigneten weiteren Offensivspieler auf der 10.
Damit könnte man am ehesten versuchen, einen ausgewogenen Spielstil zu finden, mit der sich sowohl eine gute Offensive als auch eine stabile Defensive finden lässt.
Allerdings müssten die Halbpositionen dann viel rochieren, damit kein Übergewicht und damit eine Ausrechenbarkeit auf einer Spielfeldseite besteht, wie es oftmals in dieser Saison der Fall war.
Ein Vorteil dieser Ordnung wäre, dass man das Mittelfeld den individuellen Schwächen der Außenverteidiger anpassen könnte. So ließe sich beispielsweise vor einem offensivstarken aber defensivschwachen Außenverteidiger der defensivere Halbpositionsspieler platzieren und umgekehrt.
Dafür spräche, dass man mit Fritz/Bargfrede/Ignjovski mehrere defensive Spieler hat, dagegen spräche, dass man dann keinerlei Verwendung für einen Spieler wie Affolter auf der 6 hätte, dessen Stärken nicht unbedingt in der Defensive liegen.

Eine andere Variante wiederum wäre folgende:

Variante 5: Totale spielerische Dominanz und Offensive.
Dies ließe sich realisieren, indem man die 6 mit einem spielstarken Spieler wie Trybull oder Affolter besetzen und auf den Halbpositionen sowie auf der Zehn 3 Spieler des Typs Hunt/Juno/Ekici/Trinks installieren würde.
Hierbei würde man das Spiel klar auf offensive Dominanz und Ballsicherheit ausrichten, dabei jedoch womöglich die Defensive vernachlässigen.
Die defensiven Spieler wie Bargfrede/Fritz/Ignjovski könnte man dann von der Bank bringen, um Führungen zu verteidigen oder generell den Spielstil zu verändern.
Diese Variante wäre Schaaf durchaus zuzutrauen, ist er doch ein klarer Befürworter von offensivem und dominantem Fußball.
Dagegen spricht jedoch, dass sowohl Bargfrede als auch Fritz ein hohes Ansehen bei Schaaf genießen und letzterer zudem den Kapitänsbonus innehalten dürfte.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Lukimya Verpflichtung viel Raum für Spekulationen lässt:
Geht ein Innenverteidiger, also beispielsweise Naldo?
Bleiben alle und es rückt ein Innenverteidiger ins Mittelfeld?
Muss Sokratis eventuell doch auf die Rechtsverteidigerposition?
Wird Schaaf auf seine alten Tage vielleicht doch ein Fan des Neo-Catenaccio und baut auf eine Fünferkette in der Abwehr?

Man weiß es nicht, man muss leider – wie so oft – einfach abwarten, was passiert.
Spannend ist das Rätselraten in jedem Fall, insbesondere die möglichen Planspiele im Mittelfeld.

In Meinen Augen am wahrscheinlichsten ist, dass uns Naldo noch verlässt. Er ist der teuerste Spieler im Kader, verdient als einziger noch auf Champions League Niveau und über seiner (dauerhaften) Gesundheit steht noch immer ein großes Fragezeichen.
Dafür spräche außerdem die Prödl-Verlängerung, betonte er doch in der Vergangenheit stets, dass er Stammspieler sein wolle.
Ebenfalls gut möglich ist die Versetzung eines Spielers ins Mittelfeld, denn aus vermeintlichen Insiderkreisen hörte man schon mehrfach, dass solche Planungen eine Rolle spielen würden.

 

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Ein Gedanke zu “Der postsaisonale Reiz, oder auch: Im Rausch des Transferfensters!

  1. Hab ich hier noch gar nicht kommentiert gehabt? Nun denn, dann eben jetzt:

    Wie immer nachvollziehbare Gedankengänge. Was die Kaderumstrukturierung angeht, gehe ich fest von einem Weggang von Nana aus. Die Gründe dafür hast du ja oben ausgeführt.

    Ansonsten bin ich mit den beiden Neuzugängen zufrieden, auch in dem Wissen, dass sie nicht die einzigen bleiben werden.

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