Kein Freundschaftsspiel

König Otto ist zurück in der Bundesliga und trifft bei seinem zweiten Einsatz mit der alten Dame, bei der er damals seine Karriere begann, direkt auf seine alten Schützlinge und Freunde Thomas und Klaus, mit denen er gemeinsam viele Titel feierte und noch heute regelmäßigen Kontakt pflegt.

Rahmenbedingungen eines Märchens

Denken wir nun etwas zurück …
… In Deutschland bricht langsam der Frühling an, Berlin sehnt sich in zweierlei Hinsicht nach einem neuen Oberhaupt und wer könnte diese Rolle besser ausfüllen als der Fußballopa Otto, oder anders: der erfahrene Motivator Rehhagel, der doch nichts weiter tun muss, als eine Mannschaft vor dem Abstieg zu retten, die mit einem Kader ausgestattet ist, der eigentlich – schon wieder – viel zu gut ist, um abzusteigen. Den Einstand muss er dabei zudem gegen Augsburg bestreiten, ein Team, das in der ersten Bundesligasaison der Geschichte steht und bereits vor der Saison als der Absteiger überhaupt charakterisiert wurde.
Es waren Umstände, wie sie sonst nur in Märchen vorkommen.
Eine Bühne, vorbereitet für mediale Kuscheloffensiven, Huldigungen und nur einen möglichen Ausgang:

Ein Happy End.

Dass Werder zu dem Zeitpunkt noch auf Platz 5 lag und ein Heimspiel gegen Nürnberg vor der Brust hatte – was früher schlicht und ergreifend als Heimsieg einkalkuliert wurde – sorgte für noch mehr Vorfreude in Bezug auf das Wiedersehen der alten Weggefährten.

Als „Freundschaftsspiel“ wäre das Duell wohl charakterisiert worden, der mögliche sportliche Ausgang wäre in den Medien zur Nebensache geworden, ein Unentschieden wäre wohl das gewesen, was sich die meisten Journalisten angesichts vor Harmonie triefender Schlagzeilen gewünscht hätten.

Fehler im Drehbuch

„Denkste!“ dachten sich dann jedoch Oehrl und Koo auf Seiten Augsburgs sowie Esswein auf Seiten Nürnbergs, „ohne uns!“, und schossen – frech wie sie waren – erst die Hertha ab (0:3) und erdreisteten sich anschließend noch, Werder eine Heimniederlage zuzufügen (0:1) – Sauerei, das Märchen war geplatzt.

Die Bedingungen im Vorfeld sind nun nicht mehr freundschaftlich und friedlich, ein Unentschieden wäre für beide Teams inakzeptabel.

Während die Hertha mittlerweile auf dem Relegationsplatz steht, droht Werder das europäische Geschäft zu verspielen – Ausgänge, die für die jeweiligen Mannschaften verheerende Folgen haben könnten.

Kein Platz für Sentimentalitäten

Emotionen müssen daher am Samstag hinten anstehen. Es wird zu keinem „Freundschaftsspiel“ kommen, es zählt nur der Sieg.
Werder muss gewinnen, Hertha muss gewinnen.

Es gilt für den ehemaligen Schüler Schaaf, den ehemaligen Lehrmeister Rehhagel zu bezwingen und – so leid es ihm vielleicht tun mag – ihn, samt Team, in eine noch tiefere Krise zu stürzen.

Momentan zählt nur der eigene Erfolg, der Egoismus steht an vorderster Stelle und wie heißt es immer so schön: Der Schüler übertrumpft den Meister – hoffentlich auch hier.

Vielleicht, davon ist auszugehen, bleibt nach dem Spiel noch etwas Zeit für freundschaftliche Gesten, Zeit, für etwas Trost für den alten Herren mit der alten Dame.

Auf dem Platz wird davon aber hoffentlich nichts zu sehen sein, tut uns leid Otto – bedank dich bei den Spielverderbern aus Augsburg und Nürnberg.

PS: Da Partypeter leider gesperrt ist, habt ihr sowieso keine Chance, liebe Herthaner. Überlasst uns die Punkte also freiwillig. Bitte, wir drücken euch danach auch die Daumen!

 

 

 

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