Ein grünweißer Liebesbrief

Liebstes Grünweiß,

Ich fürchte, es geht mir nicht gut. Es war nach dem Spiel, da ist es mir aufgefallen. Ich habe schon währenddessen aufgehört zu reden. Aufgehört zu fühlen, fast. Frustration. Ich kann nicht mehr. Ich bin müde. Es ist wieder so. Es ist auf und ab und mehr ab als auf. Und eigentlich weiß ich, es ist zu früh, Schlüsse zu ziehen. Aber es sind doch schon zwei Jahre. Oder doch nur 7 Tage? Ich weiß es nicht. Ich weiß, es braucht Zeit. Ich weiß, ihr seid jung. Und so noch nie zusammen. Doch es ist schwer, zu glauben. Es fiel mir nie schwer, zu glauben. Nicht an uns.

Es sind Grundsätzlichkeiten, die fehlen. Bei mir und dir. Ich, liebstes Grümweiß, ich bin nicht hemmungslos euphorisch. Und manchmal habe ich mich dabei ertappt, etwas desinteressierter zu sein. Etwas weniger begeistert. Mit etwas mehr Angst als Mut ans nächste Spiel zu denken. Nicht mehr jeden Artikel und jede Verletzung mitzubekommen. Manchmal den Schal erst noch in letzter Minute zum Spielbeginn zu holen. Und manchmal habe ich das Vertrauen verloren, selbst nach Toren, selbst nach dem Inführunggehen. Auch nach all den Pässen, die fast wie Liebesbeweise waren. Habe ich manchmal nur mit halbem Herzen gejubelt.

Aber du bist auch etwas kälter geworden, oder nicht? Und nach dem zweiten Gegentor hast du mich sogar ganz allein gelassen. Allein mit der Wut und mit der Fassungslosigkeit und dem Unverständnis. Und bist stattdessen innerlich schon längst woanders gewesen. Hast meinen Schreien und dann meinem Schweigen nichtmal zugehört. Ich will nicht nachtragend sein. Und ich will dich nicht vergleichen, mit früher, mit dir selbst, weil alles sich entwickelt. Und weil ich jede Entwicklung, jede Änderung und jeden neuen Zug an dir genießen will. Doch etwas fehlt. Und ich weiß nicht, was. Etwas Nähe, etwas Hoffnung. Ein Blick von dir, ein Schritt mehr nach vorne als zurück. Ich will dir Zeit geben, so schwer es mir fällt. Denn innerlich hoffe ich ja doch immer, das beim nächsten Mal alles wieder gut ist. Oder besser.

Aber warum sagst du mir nicht, was du willst? Und komm’ mir nicht mit Champions League! Und rede nicht von vorne. Sag mir, was hinten fehlt. Fang von unten an. Stopf die ewig gleichen Löcher. Wenn alle wieder nur nach oben denken und nach vorne flüchten und Löcher reißen. Ins Spielfeld, da!, ich kann es sogar sehen. Direkt vor der Abwehr! Und ich bin mir sicher, das ist nichts neues, im Gegenteil. Das ist dort schon, seit ich dich kenne. Sag mir nicht, du möchtest attraktiver werden und Dinge zeigen und Sachen anbieten. Sag mir ehrlich, was möglich ist. Ich würde da sein. Ich würde geduldig sein. Und warten. Und sei’s ein Leben lang.

Und ich würde dir Ruhe geben und bei dir bleiben, auch wenn es dir nicht gut geht. Ich kann damit leben, wenn du eine Zeit lang nicht mehr so aufgedreht und mitreißend bist, nicht mit Gold und Silber glänzen kannst. Wenn du etwas ruhiger bist, etwas defensiver, dich manchmal zurückdrängen, aber nie hängen lässt. Versprich mir, dass du dich nie wieder so aufgibst.

Ich kann dir helfen, gesund zu werden. Fang langsam an, aber bleibe dabei. Überstürze nicht wieder. Wirf nicht alles wieder hin, nur weil nichts sofort klappt. Und stoß nicht alles um, sobald es funktioniert. Ich wünsche mir Ausdauer. Und gar nicht so viel mehr. Ich will nicht wieder sehen müssen, wie du dir mit deinem Übermut nach ein paar tollen Spielen alles selbst einreißt.

Bitte glaub an dich, ich weiß, ich habe es manchmal nicht getan. Ich weiß, manchmal war es auch mein Übermut und nicht deiner. Und manchmal habe ich dich nicht wissen lassen, wie sehr ich dich liebe. Und lieben, das meint fürimmer. Das meint, ich halte auch zu dir, wenn du dich selber nicht magst. Dich nicht wiederfinden kannst. Ich werde dir immer helfen.

Denn ich weiß auch, dass ein Weg nicht einfach geradeaus geht. Geht er nie. Besonders nicht hangaufwärts. Aber ein paar Schritte in die richtige Richtung heißt auch nicht, dass du schon wieder rennen kannst. Und nicht, dass ich das will. Und wenn in der Abwehr die ersten Abläufe klappen. Wenn in der Mannschaft langsam die ersten Pässe blind ankommen. Wenn manchmal tatsächlich auch alle den Blick zum Neben-, zum Hintermann haben. Dann hör nicht auf, bleib nichtmal stehen, denn dann geht es erst los. Denn ich habe oft gesehen, wie du dann vor Freude vergessen hast, weiter zu machen. Und wie du dann nur noch blind und munter ins Verderben gespielt hast.

Weißt du, ich verstehe dich ja. Ich verstehe die Freude und auch das Zu-weit-denken. Ich bin ja selbst oft so. So stur und ungeduldig. Aber ich will nicht deine Schönheit, ich will Liebe. Ich will nicht, dass du mit aller Macht versuchst, mich glauben zu lassen, es wäre alles gut (oder doch zumindest kurz davor!). Ich will, dass du von Innen heraus wieder gesund wirst. Was muss denn noch passieren, damit du aufhörst, dich kaputt zu machen? Und statt an den wirklichen Problemen zu arbeiten, nur immer danach schreist, etwas zum Drüberkleben zu finden?

Ich will gar nicht neue Spieler, ich will auch nicht, dass du so tust, als wäre dieser oder jener Schuld und eigentlich funktionerte doch alles. Sieh’ doch hin. Zum Beispiel auf der Sechs. Da waren so viele verschiedene Spieler und alle machen die gleichen Fehler. Und am Ende ist da wieder diese endlose Weite, die selbst Prödl mit ausgestreckten Armen noch immer nicht fassen kann. Hast du seinen Blick gesehen? Die Ratlosigkeit? So geht es mir auch, wenn ich das sehe. Aber siehst du das? Und warum passiert das? Wieder und wieder? Egal mit wem?

Das ist es, was mich stört. Du kannst dich selbst nicht sehen. Lass mich dein Spiegel sein. Du kannst so oft sagen, wie du willst, dass es dir gut geht, die Stimmung toll ist, das Team harmonisch ist, die Spieler mutig sind, die Abläufe verbessert werden und und und. Aber du kannst nicht erwarten, dass ich wegsehe.

Komm’ mit mir. Ich nehme dich mit. Ich nehm’ dich an die Hand. Und geh mit dir den ersten Schritt, ich weiß, der ist am schwersten. Denn der erste ist immer ein Schritt zurück. Habe den Mut, den ich dir gebe. Habe den Mut, dir einzugestehen, dass es so nicht gut ist und auch nicht weitergehen kann. Dafür halte ich dich, den ganzen Weg.

Ich werde bleiben. Und ich will, dass du auch bei mir bleibst.
Bitte rede mit mir. Bitte lass mich nicht wieder so allein.
Ich werde für dich da sein, aber du musst mich auch lassen.
Und du musst an dich glauben. Bitte, bitte, gib nie wieder auf.

In Liebe,

Anna

 

 

 

 

 

Gefühlte Niederlage: Grünweiß Stammtisch 13-04

Ein Saisonstart wie Real Madrid: Werder holt vier Punkte aus den ersten vier Spielen. Gestern gab es das Gegenstück zum Hannover-Spiel, nur ohne Happy End: Werder nutzt die ersten beiden Torchancen zu einer 2:0-Führung gegen den VfB Stuttgart und gerät in der zweiten Halbzeit richtig unter Druck. Die Schwaben gleicht folgerichtig aus und am Ende steht ein eher glücklicher Punktgewinn für das junge Werder-Team.

Beim 4. Grünweiß-Stammtisch sprechen Anna und Tobias mit Stuttgart-Blogger Marcel aka Hirngabel über das Spiel und die unterschiedlichen Ansätze der beiden Vereine bei der Einbindung der Jugend und bei der Trainerfrage.

Anhören könnt ihr euch den Stammtisch wie immer hier im Blog und natürlich auch als Podcast bei iTunes.

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Vor dem Nordderby: Panik!

Was wäre eine Werder-Saison ohne die Nordderbys gegen den HSV? Morgen ist es mal wieder soweit und selten in den letzten Jahren hat man sich bei Werder so überlegen gefühlt. Früher war man auf Augenhöhe irgendwo ihm Bereich der Bundesligaspitze, dann war man auf Augenhöhe zwischen Niemandsland und Abstiegszone der Tabelle. Letzte Saison gab es zwei Siege für Werder. Vor allem das 2:0 im Weserstadion war relativ überlegen geführt. Damals sah es noch so aus, als könnte es eine richtig gute Saison werden für Werder.

Werder zwischen Hoffnung und Angst vor dem Rückschlag

Diese Hoffnung hat man nach dem mitreißenden Eröffnungsspiel gegen Borussia Dortmund nun auch wieder. Gegen den schwächelnden Nachbarn aus dem Norden rechnet man im Umfeld der Grünweißen mit einem Sieg. Auf dem Papier sind beide Mannschaften gleich schlecht gestartet. Beide schieden in der ersten Pokalrunde gegen Drittligisten aus, beide verloren ihre Auftaktpartien in der Bundesliga. Die Art und Weise jedoch, wie sich beide Mannschaften am letzten Wochenende präsentierten, macht Werder große Hoffnung. Während der HSV zuhause gegen nicht gerade überwältigend aufspielende Nürnberger enttäuschte, begeisterte Werder einen Großteil seiner Fans mit einer stark verbesserten Leistung gegen den Deutschen Meister. Nimmt man diese Spiele als Maßstab, ist Werder deutlicher Favorit.

Bei allen Problemen, die Werder im Pokalspiel offenbart hat und bei allem Nachholbedarf in der Feinabstimmung zeigte Thomas Schaafs Team, an welchen Dingen es im Sommer gearbeitet hat. Tiefes Verteidigen, schnelles Umschalten, diagonale Flankenwechsel und das bekannte Kombinationsspiel im zentralen Mittelfeld bereitete dem BVB einige Probleme. Werder hätte mit etwas Glück zumindest einen Punkt holen können. Die Leistung verführte fast schon dazu, die Erwartungen bei der Öffentlichkeit in ungesunde Höhen zu schrauben. Ein zweiter Blick auf das Spiel zeigte, dass Werder mit viel Risiko agierte und Dortmund eigentlich zu viel Platz im Zentrum ließ. Das richtige Gleichgewicht aus Breite und Kompaktheit muss Werder erst noch finden. Und so sehr das Spiel zum Träumen von einer besseren Zukunft anregte, so sehr sollte einen das Pokalspiel in Münster auf dem Boden der Tatsachen halten. Vielleicht war das Spiel wirklich ein Ausrutscher, das wird man erst in ein paar Wochen wissen. Doch bis dahin sollte man nicht davon ausgehen. Werder hat bislang nur bestätigt, dass die Einschätzung “Wundertüte” von vielen Experten vor der Saison zutreffend ist.

Der HSV zwischen Panik und Kaufrausch

Die Kritiker des HSV dürften sich nach dem Saisonauftakt ebenfalls bestätigt fühlen. Nach der katastrophalen letzten Saison deutet wenig darauf hin, dass diese Saison besser wird. Doch auch bei den Hamburgern sind Veränderungen sichtbar geworden. Personell musste man deutlich abspecken, ließ – ähnlich wie Werder – viele arrivierte Spieler gehen und will nun mit einem jungen Team einen Umbruch schaffen. Schnell waren Zweifel da, ob dies dem Duo Fink / Arnesen gelingen würde. Dennoch blieb es für Hamburger Verhältnisse erstaunlich ruhig und trotz der Zweifel scheint die Position der sportlichen Führung nicht wirklich gefährdet zu sein. Das überrascht bei einem Club, der nicht unbedingt für große Geduld mit seinen Trainern oder Sportdirektoren bekannt ist.

Sportlich machte der HSV zuletzt einen sehr angeschlagenen Eindruck. Die Schwachstellen sind so groß, dass die Mannschaft von vielen zu den Abstiegskandidaten gezählt wird. Sei es das einfallslose Zentrum um Westermann oder die lahmenden Flügel, eine wirkliche Idee ist nicht erkennbar im Team von Torsten Fink. Dabei hatte dieser mit seinem klar definierten System in der Vorsaison noch das große Ziel, den HSV sportlich zu revolutionieren. Zunächst durchaus mit Erfolg, wenn auch die Serie zu Beginn durch die vielen Unentschieden nicht so beeindruckend war, wie sie zwischenzeitlich verkauft wurde. Inzwischen hat Fink sein System etwas verändert, spielt nicht mehr so konsequent mit Dreierkette im Spielaufbau, setzt auf schnelle Konter, statt auf Ballkontrolle im Mittelfeld, hat den Pressing-Ansatz verändert. Zu den vorhandenen Spielern scheint das System dennoch nicht richtig zu passen.

Zum Nordderby kommt der HSV nun jedoch mit einem in vielen Positionen veränderten Team. Kurz vor Ende der Transferperiode hat Arnesen noch ein paar Mal im Schlussverkauf zugeschlagen und dabei nicht unbedingt den Eindruck erweckt, hier befände sich ein Verein auf Sparkurs. Der mit Kühne-Millionen finanzierte Van der Vaart soll dabei der Königstransfer sein. Der Rückkehrer will an seine glanzvollen Zeiten beim HSV anknüpfen. Hinter ihm sollen Jiracek und Badelj die neue Doppelsechs bilden und Westermann zurück in die Viererkette verbannen. Sieben Umstellungen im Vergleich zum Spiel gegen Nürnberg hat Fink angekündigt. Und wer weiß, wen der HSV bis zum Anpfiff noch alles aus dem Hut zaubert.

Es mag sein, dass man nun an der Elbe wieder von großen Zielen träumt und sich mit den Neuverpflichtungen auf dem richtigen Weg sieht. Bei mir hinterlässt dieser Sommer eher das Bild eines Vereins, der selbst an sein propagiertes Rezept nicht geglaubt hat, es dennoch durchsetzen wollte und nun nach den ersten Rückschlägen in Panik gerät.  In einem Spiel kann viel passieren, erst recht in einem Derby, aber Angst muss man vor diesem HSV nun wahrlich nicht haben.

Zweites Kapitel: Hoffnung

Ein neues Buch angefangen. Ein erstes Kapitel wie der Beginn einer Tragödie. Es ist alles vorausgedeutet. Es ist alles bereits gezeichnet. Alles, was scheitern kann. Vielleicht sogar scheitern muss. Und ich weiß, viele waren skeptisch, einige schon nach dem ersten Kapitel in tiefe Trauer gestürzt (mich eingeschlossen). Das zweite Kapitel, die zweite Situation, die selben Helden, die zweite Niederlage. Und doch habe ich es mit einem Lächeln gelesen. Und das ging bis in die Niederlage und noch zeilenweit über das Ende hinaus. Es gab keine eigentliche, nicht einmal eine uneigentliche Befreiung.
Aber wie auch – diese Geschichte ist noch mindestens 33 Episoden lang.

Es ist auch im zweiten Abschnitt nicht alles besser, aber vieles verändert. Die Charaktere stehen nicht weniger unter Druck, und doch scheinen sie etwas aufrechter zu gehen und sich etwas mutiger durch die Probleme dieser Geschichte zu kämpfen. Und statt als weiterer Skeptiker hier zu erzählen, warum man nichts überbewerten und erst Recht nichts hoffen darf, werde ich nun, verliebt in mein neues Buch erzählen, warum ich an diese Romanhelden glaube. Schwärmerisch und jeden Ansatz des Guten überbewertend.
(Ohne dabei auf die Wandlung in ein Kochbuch mit Salatschüsselprämie zu hoffen.)

Und da ist schließlich auch dieser elegante Fremde6, neu im Personengeflecht und doch sofort damit verwoben. Sich seiner Kräfte noch nicht ganz sicher, startet er doch von Beginn an auf einer ungewohnten Position. Und doch, kann man in seinen winzigen Bewegungen erahnen, warum dieser Mann vielleicht eines Tages entscheidend sein wird. Diese winzigen Bewegungen, nur aus dem Fußgelenk heraus, zu weiten präzisen Pässen, diagonal, exakt, auf kaum merkliche Weise beeindruckend. Natürlich fehlt etwas, aber so ist es immer am Anfang. Die Personen wachsen mit der Geschichte. Aber das waren Pässe wie Satzanfänge. Von etwas sehr Schönem.

Teil meines Lächelns waren auch zwei Jungen7,11, die oft ungestüm, oft holprig bis zur (Nach-)Lässigkeit wirken, die an diesem Tag zeigen konnten, in wieviel Probleme sie vor allem den Gegner stürzen können, wenn sie wollen. Und sie wollten. Die zugleich Spiel und Handlung und Gefahr nach vorne bringen, und dort auf eine sehr abgebrühte Western-Art-und-Weise noch aus dem Stand die Vorlage zum Sieg geben können. Um sich dann wieder und wieder fast schon rückblendenartig fallen zu lassen und im Rückwärtsgang den roten Faden neu aufzurollen.

Währenddessen lernt zwischen zwei gemalten und einem räumlichen Käfig eine junge Hauptfigur1 gleichzeitig einem Kugelfeuer Einhalt zu gebieten und ein eigenes zu entfachen. Mit ruhigen Füßen und sicheren Schritten. Mit Mut und Vertrauen zu den Männern vor ihm, auch wenn diese es manchmal verlieren. Sowohl den Mut als auch das Vertrauen in sich. Und müde werden, und verzweifelt. Und einer von ihnen zum tragischen Helden17 wird, als der Gegner vor seinen Füßen und hinter seinem Rücken entkommt. Und man sehen und fühlen kann, wie tief in das erschüttert. Und auf der bildlichen wie wörtlichen anderen Seite: Ein erster Auftritt und ein erstes Tor23.

Doch vor allem galt mein Lächeln einem vorm Volke in Ungnade Gefallenen14, der sich noch immer nicht ganz dieser Rolle entwinden kann, obwohl seine Taten (nicht erst in dieser Saison) keinen Grund (mehr) dazu geben. Mit einem genialen Auge für Lücken, durch die nicht viel, aber ein Ball wohl hindurchpasst, oder vielmehr: wo er selbst den Ball hindurchpasst. Es sind diese Pässe quer übers Spielfeld und doch vorbei an allen, die versuchen könnten, ihn aufzuhalten. Und es ist einfach schön, ihm dabei zuzusehen. Das sind Bälle wie Wortspiele, mühelos und wunderschön.

Ich liebe den Autor, ich werde vielleicht mein Leben lang mit ganzem Herzen daran gebunden sein, was er schreibt. Oder vielmehr, was sie schreiben, leben, spielen. Mit jedem Pass, mit jedem Blick, mit jedem Schuss kommen neue Zeilen aus grünen Lettern dazu. Und ich weiß noch immer nicht, was es für eine Geschichte ist. Vielleicht haben die ersten Zweifler Recht und es ist, war und bleibt eine Tragödie. Aber dieses zweite Kapitel lässt mich hoffen. Und ich weiß, dass es vielen ähnlich ging. Vielleicht, vielleicht wird es doch eine Komödie. Mit einem glücklichen Ende. Vor allem aber: Mit Lesefreude.

Anmerkung: Die hochgestellten Zahlen sind die Rückennummern der enstprechenden Spieler. Für vereinsfremde stehen auch alle erwähnten Spieler in den Schlagwörtern.

Eine Wundertüte zum Geburtstag – Werder in der Jubiläumssaison, oder auch: eine Reise ins Ungewisse

Endlich!
Das Warten hat ein Ende, die Sommerpause ist vorbei und die Bundesliga startet in ihre 50. Saison.
Passend zum Jubiläum  präsentiert der Norden der Liga dabei eine Wundertüte voller grün-weißer Spielgefährten.

Werder im Wandel und als Wanderer zwischen Hoffnung und Realität

Vor wenigen Jahren noch gehörte Werder zu den absoluten Spitzenteams der Bundesliga.
Nun, angesichts des 50-jährigen Bestehens, trifft das nicht mehr zu.
Zwei Jahre Rumpelfußball und tabellarische Bedeutungslosigkeit haben zu einem Umdenken und einem bitter nötigen Umbruch an der Weser geführt und so aus dem einstigen Spitzenteam ein großes Fragezeichen gemacht.
Aus der grün-weißen Schatztruhe wurden die Zaubertricks und Tormaschinen herausgenommen, die namhaften Etiketten von den Spielzeugen entfernt und übrig geblieben sind bloß die Pralinenschachteln vom Discounter – keiner weiß, was man bekommt, keiner weiß, ob die Süßigkeiten von der Weser schmecken werden.

Das birgt Chancen und Risiken, führt zu Hoffen und Bangen.
Aus finanziellen Nöten wurde der Umbruch bei Werder geboren, sportlich wäre er jedoch schon früher notwendig gewesen und so wurde aus dem in der Theorie sanften Übergang ein radikaler Schnitt.
Wiese, Naldo, Boenisch, Pizarro, Rosenberg, Borowski, Marin.
Namhafte Spieler, ehemalige Stammspieler in erfolgreichen Werderteams und/oder
(U-)Nationalspieler.
Einstige Aushängeschilder, vereinzelt Erfolgsgaranten für das “alte Werder”, nun jedoch teils aus sportlichen, teils aus finanziellen Gründen aussortiert.

Die Nachfolger sind Spieler wie Mielitz, Prödl, Schmitz, Sokratis, Ekici, Hartherz, Trybull, Ignjovski, Arnautovic, Füllkrug, Hunt und Junuzovic.
Überwiegend günstige Spieler.
Spieler, die teils in den Schatten der großen Namen standen und nun das Licht erblicken wollen, aus der Jugend nach oben drängen oder  früher Mitläufer waren, von anderen getragen wurden und nun selber tragen müssen.
Ergänzt werden sie von Spielern wie Elia, Petersen, Gebre Selassie und De Bruyne.
Spieler, die entweder schon “oben” waren und tief fielen, vergleichsweise spät die große Bühne betraten, nach anfänglich hohem Sprung einen Schritt zurückgehen oder vor dem Schritt nach oben noch eine Stufe mehr nehmen wollen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Die größte Herausforderung Werders ist hierbei, sowohl im als auch um den Verein, die Erwartungshaltung und die zu erwartende Realität miteinander vereinbaren zu können.
Man hat nicht mehr die Qualität wie früher, der Wandel des Teams wird Zeit brauchen und   doch hat man kaum Zeit.
Die offizielle Devise des Vereins ist es, “mittelfristig” wieder nach Europa zu kommen.
“Zwei, drei Jahre”, heißt das laut Klaus Allofs. Doch heißt das, so Allofs weiter, nicht, “dass es diese Saison nicht möglich wäre.”
Eine Aussage, die Werders Dilemma ganz gut widerspiegelt.

Das internationale Geschäft ist es, was es zu erreichen gilt – und das mit einem neuformierten Team, dem einiges an Erfahrung fehlt, das ‘auf dem Papier’ wie man immer so schön sagt, das vielleicht schwächste Team seit Jahren ist.
Man soll das schaffen, was die einstigen Nationalspieler in den beiden Jahren zuvor nicht zu schaffen vermochten.
Man soll die Fans zufriedenstellen, wieder guten Fußball spielen und die zwei schlechten Jahre möglichst vergessen machen.

Und doch wird man Fehler machen, man muss sie sogar machen.
Man muss sich entwickeln, reifen und Erfahrungen sammeln.

Kurzum: Man muss mit einem Team, das im Durchschnitt keine 23 Jahre alt ist, das nachholen, was den zuvor teueren und namhaften Werder-Mannschaften nicht gelungen ist.

Die präsaisonale Phase als Vorgeschmack auf das was folgt?

Vom “Werdersommer” war auf Twitter die Rede. “Love” wurde verbreitet, gute Laune machte sich breit und man war fast geneigt, von der “besten Vorbereitung aller Zeiten” zu sprechen – wäre das nicht bereits andernorts schiefgegangen.

Gute Testspielergebnisse und schönere Spielzüge, ein neues System, eine homogene, sich auf und außerhalb des Platzes scheinbar gut verstehende Mannschaft und als Sahnehäubchen die triumphale  Errungenschaft des Liga-Total Cups gegen Weltklasseteams wie Dortmund und den Freistaat Bayern.
Die Welt in Bremen war wunderbar – bis Preußen anfing zu marschieren.

120 Minuten marschierten sie, ließen nicht locker, gängelten die Bremer von allen Seiten und verwehrten ihnen schließlich die Reise nach Berlin, der zweiten Heimat der Werderaner.
Das zweite Jahr in Folge scheiterte man in der ersten Pokalrunde und schlagartig schien die gute Stimmung zu verfliegen.
Skepsis machte sich breit, Ängste traten hervor und schien zuvor noch alles duftend grün-weiß, so wirkte die Welt plötzlich grau.
Mausgrau.

Eine Achterbahn der Gefühle die, gut möglich, einen Vorgeschmack auf die folgende Saison geben könnte.
Man wird schöne Momente erleben, auf flauschigen Wolken schweben und träumen und man wird auch fallen und beginnen, zu zweifeln.

Was man bei all diesen Wechselbädern der Gefühle nie verlieren darf sind Hoffnung und Zuversicht.

Die Bundesliga feiert Geburtstag – und wir feiern mit.

Auswärts gegen den BVB wird Werder die Saison eröffnen, ‘auf dem Papier’ ein Leckerbissen, mit Glück auch auf dem Platz.
Nicht immer werden wir siegen, doch stets werden wir kämpfen.
Wir werden hoffen, bangen, zittern und uns freuen, fluchen, jammern und auf dem Boden rollen.

Doch heute Abend, da werden wir feiern.
Feiern, dass die Pause vorbei ist.
Feiern, dass die Liga wieder losgeht.
Feiern, dass wir wir sind.

Wir sind Werder Bremen, grün-weiß das Emblem – und verflucht nochmal, wir kommen immer wieder!

12. Grünweiß-Stammtisch: Ratlos und resigniert

Die 12. Ausgabe des Stammtischs ist da. Eigentlich wollten wir uns thematisch auf das Spiel gegen den FC Bayern beschränken, doch es ist uns nicht gelungen. Letztlich gab das Spiel zu wenig her und ist die Resignation zu groß, um alle anderen Dinge auszublenden. Und so haben wir dann doch all die Themen abgeklappert, die derzeit auch anderswo heißt diskutiert werden: Probleme des Systems, Trainerdiskussion, Struktur des Vereins, Aussichten für die Zukunft. Das Ergebnis ist ein eher düsteres Bild. Wenn selbst Berufsoptimistin Anna nicht mehr positiv in die Zukunft schaut, dann steht es um Werder Bremen nicht gut.

Anhören könnt ihr euch den Stammtisch wie immer hier:

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Kurzfristig denken

Selten war die Euphorie vor einem Spiel gegen die Bayern so gering. Derzeit scheint alles andere wichtiger zu sein. Die Saison wurde bereits abgehakt. Die Europa League ist zwar noch möglich, doch dran glauben mag keiner mehr. Das ist auch gut so. Heute ist kein Tag, um an die Zukunft zu denken.

Heute ist es egal, ob und wann Claudio Pizarro seinen Wechsel zu den Bayern bekannt gibt. Heute ist es egal, wohin Tim Wiese wechseln wird. Heute ist es egal, ob es eine gute oder schlechte Entscheidung war, mit Clemens Fritz zu verlängern. Und heute ist es auch egal, wie man die Arbeit von Thomas Schaaf und Klaus Allofs bewertet.

Das einzige, was heute wichtig ist, ist das Spiel gegen die Bayern.

Nicht, weil wir noch in die Europa League kommen können. Davon möchte ich erst wieder etwas hören, wenn wir am 34. Spieltag noch realistische Chancen darauf haben. Deshalb spielen auch die Ergebnisse der anderen Mannschaften keine Rolle. Für Werder geht es darum, sich einigermaßen anständig aus dieser verkorksten Rückrunde zu verabschieden.

Es geht darum, die Ausfälle irgendwie zu kompensieren und aus dem Rumpfkader und den Wiedergenesenen eine Mannschaft zu formen, die den Bayern 90 Minuten lang zumindest einen Kampf bieten kann. Es geht darum, gegen die B-Elf eines Vereins, der in Gedanken schon beim Champions League Rückspiel in Madrid ist, die richtige Taktik zu wählen. Es geht darum, nur an dieses Spiel zu denken, nicht an Punkte, Tabellen oder europäische Wettbewerbe.

Von Spiel zu Spiel denken ist eine beliebte Floskel, doch bei Werder hat man schon länger das Gefühl, das man zu viel von großen Zielen und zu wenig von der nächsten, der für den Moment einzig wichtigen Aufgabe spricht. Natürlich muss die neue Saison geplant werden, müssen Verträge verlängert und Spieler verpflichtet werden. Natürlich müssen auch die derzeitigen Spieler ihre Zukunft planen. Aber nicht heute. Heute zählt nur die Gegenwart. Und die lautet: Bayern München. Wem das für den Moment nicht ausreicht, der hat seinen Beruf verfehlt.

Also rauft euch zusammen, jeder, der eine grünweiße Raute im oder über dem Herzen trägt. Erwartungen gibt es keine mehr. Zu verlieren auch nichts. Aber wir sind immer noch Werder Bremen! Wir sind, wie Arnd Zeigler in Lebenslang Grün-Weiß geschrieben hat, die Guten! Und wir schlagen heute, egal wie und egal warum, die Bayern!

11. Grünweiß-Stammtisch: Mittelmaß

Trübe Wochen für Werder. Auch beim 1:1 in Köln konnte das Team nicht wirklich überzeugen und zeigte in einem zerfahrenen Spiel eine dürftige Leistung. Beim 11. Grünweiß-Stammtisch geht es außerdem um die Bremer Verletzungssorgen, den Wechsel von Tim Wiese und die Aussichten vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Aber auch die Situation des 1. FC Köln war ein Thema, das wir mit Köln-Blogger und “Spielbeobachter” Martin besprochen haben.

Das Ergebnis könnt ihr euch nun hier anhören:

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Die Wochen der Wahrheit

Nach dem 0:3 gegen Mainz ist die Stimmung in Bremen auf dem Tiefpunkt dieser Saison angelangt. Man kann fast schon froh sein, dass die Mannschaft die zum Klassenerhalt benötigten 40 Punkte schon sicher hat. Viel mehr werden nach allgemeiner Auffassung nicht mehr hinzukommen.

Gute Ausgangslage verspielt

Selbst ein Auswärtsspiel gegen die ebenfalls krisengeschüttelten Kölner kann da die allgemeine Laune nicht heben. Dabei ist die Tabellenkonstellation trotz des Absturzes auf Platz 8 nicht so schlecht. Nur ein Punkt trennt Werder von Platz 5, drei Tore von Platz 7, der zum Erreichen der Europa League ebenfalls reichen würde. Die Lage ist trotz des verspielten Punktepolsters also alles andere als aussichtslos. Dennoch will davon in diesen Tagen kaum jemand etwas wissen. Zu tief sitzt die Enttäuschung über die verpassten Chancen in den letzten Spielen (nur ein Punkt aus zwei Heimspielen), zu schwer scheint das Restprogramm im Vergleich zur Konkurrenz.

Die Ursachenforschung ist derzeit nicht allzu schwer. Ein Blick auf die Verletztenliste reicht, um den größten Unterschied zwischen dem Werder der Hinrunde und dem der Rückrunde auszumachen. Man ist geneigt, dies als zu einfache Ausrede abzutun, doch der Substanzverlust ist trotz Wintereinkäufen immens und die Kritik an der medizinischen Abteilung wird wieder einmal laut (ein seit 2007 immer wiederkehrendes Phänomen, auf das wir auch beim nächsten Stammtisch eingehen werden). Dazu gesellen sich die üblichen Begleiterscheinungen einer Fußballkrise: Kritik am Trainer, am System, an den Spielern, Transferspekulationen und nun auch der Abgang von Tim Wiese, der – egal wie man ihn sportlich bewertet – keine Flucht des Spielers, sondern eine gewollte Trennung seitens Werders ist.

Sieben Tage entscheiden die Saison

Dabei ist die Kritik an sich nicht falsch. Das Spiel gegen Mainz hat wieder einmal die Schwachpunkte des “System Schaaf” aufgezeigt. Werder war statistisch in allen Belangen überlegen, doch Mainz gewann dank einer cleveren Taktik das Spiel. Dazu leisteten sich Führungsspieler schwere Patzer und es wurde ebenfalls deutlich, dass die jungen Spieler nicht ohne kleinere Formwellen durch die Saison gehen können. Zum Teil ist die Kritik auch Resultat (seit der Winterpause) überzogener Ansprüche, zu denen Werder selbst jedoch eine Menge beigetragen hat. Die Kunst des Tiefstapelns beherrscht man an der Weser schon lange nicht mehr.

So entscheidet sich in den nächsten sieben Tagen in drei Spielen gegen Köln, Gladbach und Stuttgart, wie diese Saison für Werder am Ende gedeutet wird. Eine Platzierung im Mittelfeld wäre angesichts der letzten Saison keine Katastrophe, aber im Hinblick auf die formulierten Ziele und zwischenzeitlichen Platzierungen eine herbe Enttäuschung. Die Qualifikation für die Europa League würde zwar nicht die Probleme vergessen machen, aber den Verein in ruhigeres Fahrwasser lenken. Man könnte es auch anders sehen: Unter diesen Umständen, mit dieser Verletzungsmisere könnte man es als großen Erfolg ansehen, wenn man doch noch die Europa League Plätze erreicht. Dazu passen die bisherigen Leistungen der Rückrunde jedoch nicht. Auf der anderen Seite werden sich in jedem Fall all jene bestätigt fühlen, die seit Jahren Werders Abschied aus der Bundesligaspitze vorhergesehen haben. Dies hat aber nur in wenigen Fällen etwas mit weiser Voraussicht als vielmehr mit statistischer Wahrscheinlichkeit zu tun. Wer lange genug Regen vorhersagt, wird mit seiner Prognose irgendwann richtig liegen. Besonders in Bremen.

Wende gegen strauchelnde Kölner?

Die Lage in Köln ist, wie könnte es anders sein, mal wieder ungleich dramatischer als in Bremen. Unruhe im Verein gehört ebenso zur Domstadt wie besagtes Gotteshaus. Trainer Solbakken hat den Machtkampf gegen Finke zwar gewonnen, doch weitere Erfolgserlebnisse lassen seitdem auf sich warten. Der FC steht momentan auf dem Relegationsplatz und bewegt sich seit Wochen in Richtung Tabellenende, was angesichts der Konkurrenz aus Kaiserslautern und Berlin kein ganz einfaches Unterfangen ist. Am anderen Ende fehlen zwei Punkte bis ans rettende Ufer, die man ihnen aus Bremer Sicht gerne zugestehen würde, wenn dadurch der HSV mal so richtig ins Wasser fällt. Für den Saisonendspurt greift Solbakken nun nach dem letzten Strohhalm und setzte ein Kurztrainingslager an, nicht zuletzt um das Team enger zusammenzurücken. Nicht ins Bild passen da die Aussagen des ausgemusterten Novakovic, der sich nicht zum Sündenbock machen lassen will, während er zeitgleich von Solbakken für seinen professionellen Umgang mit der Entscheidung gelobt wurde. Oder eben doch.

Bei Werder sieht es nach der leichten Erholung letzte Woche personell wieder zappenduster aus. Die Rückkehrer Naldo und Bargfrede stehen mit Muskelfaserrissen bereits wieder auf der Verletztenliste. Für Mehmet Ekici ist nach seiner Leisten-OP die Saison endgültig beendet. Neben der notwendigen Umstellung im Mittelfeld (vermutlich Marin statt Bargfrede und ein Stühlerücken mit Junuzovic und Fritz) wird es wohl auch eine Änderung in der Viererkette geben, wo man Hartherz eine Pause und Schmitz ein Comeback als Linksverteidiger gönnt. Interessant wird die Frage sein, ob Werder die in der Rückrunde eher abwartende Herangehensweise an den Tag legen wird oder angesichts der dringend benötigten drei Punkte und der Kölner Probleme von Beginn an mutiger nach vorne agiert.

Ein Sieg gegen Köln wäre auch deshalb wichtig, weil es auf dem Papier der leichteste der verbleibenden Gegner ist. Danach folgen nur noch Spiele, in denen unter den momentanen Voraussetzungen jeder Punktgewinn als Erfolg zu werten wäre. Auch deshalb winkt Platz 7 nur noch aus weiter Ferne. Doch Werder hat im Saisonendspurt schon häufig das Ruder noch einmal herumgerissen. Am besten fängt man gleich heute damit an.

10. Grünweiß-Stammtisch: Last Minute

In der letzten Minute der Nachspielzeit kassierte Werder gegen Augsburg den höchst ärgerlichen Ausgleichstreffer. In den vorangegangenen 90 Minuten hatten wir ein Spiel mit zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten zu Gesicht bekommen. Die Leistungssteigerung der jüngsten Mannschaft in Werders Bundesligageschichte und das erste Tor des Startelfdebütanten Niclas Füllkrug hätten eigentlich Grund zur Freude geben sollen. Doch dann kam es durch besagtes Tor in der 93. Minute anders. Über die Gründe haben Anna und Tobias beim 10. Stammtisch mit Felix gesprochen, dessen Blog Medien-Sport-Politik vor allem für die vorzügliche Premier League Berichterstattung bekannt ist. Da Felix aber auch Werderfan ist, hatte er einiges zur Leistung der Grün-Weißen zu sagen.

Das Ergebnis könnt ihr euch hier anhören oder am besten gleich bei iTunes als Podcast abonnieren.

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