Abstiegsgeister: Grünweiß-Stammtisch 16-05

Das Saisonende rückt immer näher und Bremen steht weiterhin am Abgrund. Tobi (MeineSaison) und Stephen (PapierkugelBlog) schnacken über die aktuelle Situation, das Nordderby und geben einen kleinen Ausblick auf das kommende Spiel gegen den VfB Stuttgart.

Gerne könnt Ihr Feedback via TwitterFacebook oder in den Kommentaren hinterlassen.

Viel Spaß beim Hören!

Play

Kleinigkeiten: Grünweiß-Stammtisch 15-06

Das 0:2 im Nordderby gegen den HSV war eine schmerzhafte Angelegenheit. Lars (Werderblog) und Stephen (PapierkugelBlog) sprechen über die Herangehensweise der Grün-Weißen im Spiel, über derzeit unersetzbare Spieler sowie über die MV am Montag sowie das bevorstehende Spiel gegen den SC Paderborn.

Da wir die Folge schon am Dienstag abend aufgenommen haben, gehen wir nicht auf den Lemke-Fischer-Fight ein. ;)

Gerne könnt Ihr Feedback via TwitterFacebook oder in den Kommentaren hinterlassen.

Viel Spaß beim Hören!

Play

Nerdderby: Grünweiß-Stammtisch 14-19

Das 100. Nordderby kann der SVW gewinnen, deshalb sind Lars (Werderblog), Tobias (MeineSaison) und Stephen (PapierkugelBlog) auch guter Dinge. Wir sprechen über das Spiel, die Rückkehr von Lukimya, beantworten Fragen und haben mit Pascal (@Jindujune) auch einen Frontberichterstatter in der Leitung, der uns seine Eindrücke aus der Ostkurve schildert. Abgerundet wird der Podcast mit einem Ausblick auf das Spiel in Nürnberg.

Gerne könnt Ihr Feedback via TwitterFacebook oder in den Kommentaren hinterlassen.

Viel Spaß beim Hören!

Play

Alte Schwächen: Grünweiß-Stammtisch 14-04

Wieder einmal ist Wunden lecken angesagt beim Grünweiß-Stammtisch. Nach der 0:3 Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt und einer schwachen Mannschaftsleistung steht Werder vor dem Nordderby gegen den HSV mächtig unter Druck. Wie konnte es zu diesem Rückfall in alter Verhaltensmuster in der Defensive kommen? Warum kommt die Offensive überhaupt nicht in Schwung? Ist Hunt mal wieder Schuld?

Über diese und andere Fragen sprechen Moderator Stephen, Andreas, Lars und Tobias in der 4. Ausgabe des Grünweiß-Stammtischs dieser Saison. Viel Spaß beim Anhören!

Unsere Spielberichte:

Play

Esel und Karotten: Grünweiß-Stammtisch 13-06

Erst eine Niederlage im Derby und dann auch noch ein Totalversagen der Technik. Es passte irgendwie alles zusammen. Irgendwie ist es uns dann doch noch gelungen, alle Aufnahmen vom Dienstagabend wiederherzustellen und zusammen zu schneiden – gerade noch rechtzeitig, um die neue Ausgabe unseres Stammtischs noch vor dem Freitagsspiel gegen Hannover anzuhören.

In knapp 90 Minuten Spieldauer haben Stephen (Papierkugel Blog), Andreas (Werder Exil) und Tobias die aktuelle Situation des SV Werder besprochen. Für die Pausenunterhaltung war HSV-Blogger Florian (Neds Blog) zuständig, der tatsächlich ein paar tröstende Worte für uns übrig hatte und das Spiel aus Sicht der Hamburger schilderte.

Zu hören gibt es unseren Stammtisch wie immer hier im Blog oder als Podcast bei iTunes.

Play

Nach dem Nordderby: Grünweiß Stammtisch 13-02

Nach dem Sieg im Nordderby haben wir bei unserem zweiten Stammtisch der Saison das Spiel noch einmal paroli laufen revue passieren lassen. Als Gast mit dabei war diesmal HSV-Blogger Florian, alias nedfuller, der mit uns das Spiel auch aus der Sicht des Gegners aufgearbeitet hat.

Wir hatten ein paar Probleme mit der Soundqualität, die wir uns nicht ganz erklären können. Über Kopfhörer ist es ok, über den Computer-Lautsprecher klingt es schrecklich. Hört es euch also besser per Kopfhörer an. Dennoch viel Spaß beim Hören!

Play

Vor dem Nordderby: Panik!

Was wäre eine Werder-Saison ohne die Nordderbys gegen den HSV? Morgen ist es mal wieder soweit und selten in den letzten Jahren hat man sich bei Werder so überlegen gefühlt. Früher war man auf Augenhöhe irgendwo ihm Bereich der Bundesligaspitze, dann war man auf Augenhöhe zwischen Niemandsland und Abstiegszone der Tabelle. Letzte Saison gab es zwei Siege für Werder. Vor allem das 2:0 im Weserstadion war relativ überlegen geführt. Damals sah es noch so aus, als könnte es eine richtig gute Saison werden für Werder.

Werder zwischen Hoffnung und Angst vor dem Rückschlag

Diese Hoffnung hat man nach dem mitreißenden Eröffnungsspiel gegen Borussia Dortmund nun auch wieder. Gegen den schwächelnden Nachbarn aus dem Norden rechnet man im Umfeld der Grünweißen mit einem Sieg. Auf dem Papier sind beide Mannschaften gleich schlecht gestartet. Beide schieden in der ersten Pokalrunde gegen Drittligisten aus, beide verloren ihre Auftaktpartien in der Bundesliga. Die Art und Weise jedoch, wie sich beide Mannschaften am letzten Wochenende präsentierten, macht Werder große Hoffnung. Während der HSV zuhause gegen nicht gerade überwältigend aufspielende Nürnberger enttäuschte, begeisterte Werder einen Großteil seiner Fans mit einer stark verbesserten Leistung gegen den Deutschen Meister. Nimmt man diese Spiele als Maßstab, ist Werder deutlicher Favorit.

Bei allen Problemen, die Werder im Pokalspiel offenbart hat und bei allem Nachholbedarf in der Feinabstimmung zeigte Thomas Schaafs Team, an welchen Dingen es im Sommer gearbeitet hat. Tiefes Verteidigen, schnelles Umschalten, diagonale Flankenwechsel und das bekannte Kombinationsspiel im zentralen Mittelfeld bereitete dem BVB einige Probleme. Werder hätte mit etwas Glück zumindest einen Punkt holen können. Die Leistung verführte fast schon dazu, die Erwartungen bei der Öffentlichkeit in ungesunde Höhen zu schrauben. Ein zweiter Blick auf das Spiel zeigte, dass Werder mit viel Risiko agierte und Dortmund eigentlich zu viel Platz im Zentrum ließ. Das richtige Gleichgewicht aus Breite und Kompaktheit muss Werder erst noch finden. Und so sehr das Spiel zum Träumen von einer besseren Zukunft anregte, so sehr sollte einen das Pokalspiel in Münster auf dem Boden der Tatsachen halten. Vielleicht war das Spiel wirklich ein Ausrutscher, das wird man erst in ein paar Wochen wissen. Doch bis dahin sollte man nicht davon ausgehen. Werder hat bislang nur bestätigt, dass die Einschätzung “Wundertüte” von vielen Experten vor der Saison zutreffend ist.

Der HSV zwischen Panik und Kaufrausch

Die Kritiker des HSV dürften sich nach dem Saisonauftakt ebenfalls bestätigt fühlen. Nach der katastrophalen letzten Saison deutet wenig darauf hin, dass diese Saison besser wird. Doch auch bei den Hamburgern sind Veränderungen sichtbar geworden. Personell musste man deutlich abspecken, ließ – ähnlich wie Werder – viele arrivierte Spieler gehen und will nun mit einem jungen Team einen Umbruch schaffen. Schnell waren Zweifel da, ob dies dem Duo Fink / Arnesen gelingen würde. Dennoch blieb es für Hamburger Verhältnisse erstaunlich ruhig und trotz der Zweifel scheint die Position der sportlichen Führung nicht wirklich gefährdet zu sein. Das überrascht bei einem Club, der nicht unbedingt für große Geduld mit seinen Trainern oder Sportdirektoren bekannt ist.

Sportlich machte der HSV zuletzt einen sehr angeschlagenen Eindruck. Die Schwachstellen sind so groß, dass die Mannschaft von vielen zu den Abstiegskandidaten gezählt wird. Sei es das einfallslose Zentrum um Westermann oder die lahmenden Flügel, eine wirkliche Idee ist nicht erkennbar im Team von Torsten Fink. Dabei hatte dieser mit seinem klar definierten System in der Vorsaison noch das große Ziel, den HSV sportlich zu revolutionieren. Zunächst durchaus mit Erfolg, wenn auch die Serie zu Beginn durch die vielen Unentschieden nicht so beeindruckend war, wie sie zwischenzeitlich verkauft wurde. Inzwischen hat Fink sein System etwas verändert, spielt nicht mehr so konsequent mit Dreierkette im Spielaufbau, setzt auf schnelle Konter, statt auf Ballkontrolle im Mittelfeld, hat den Pressing-Ansatz verändert. Zu den vorhandenen Spielern scheint das System dennoch nicht richtig zu passen.

Zum Nordderby kommt der HSV nun jedoch mit einem in vielen Positionen veränderten Team. Kurz vor Ende der Transferperiode hat Arnesen noch ein paar Mal im Schlussverkauf zugeschlagen und dabei nicht unbedingt den Eindruck erweckt, hier befände sich ein Verein auf Sparkurs. Der mit Kühne-Millionen finanzierte Van der Vaart soll dabei der Königstransfer sein. Der Rückkehrer will an seine glanzvollen Zeiten beim HSV anknüpfen. Hinter ihm sollen Jiracek und Badelj die neue Doppelsechs bilden und Westermann zurück in die Viererkette verbannen. Sieben Umstellungen im Vergleich zum Spiel gegen Nürnberg hat Fink angekündigt. Und wer weiß, wen der HSV bis zum Anpfiff noch alles aus dem Hut zaubert.

Es mag sein, dass man nun an der Elbe wieder von großen Zielen träumt und sich mit den Neuverpflichtungen auf dem richtigen Weg sieht. Bei mir hinterlässt dieser Sommer eher das Bild eines Vereins, der selbst an sein propagiertes Rezept nicht geglaubt hat, es dennoch durchsetzen wollte und nun nach den ersten Rückschlägen in Panik gerät.  In einem Spiel kann viel passieren, erst recht in einem Derby, aber Angst muss man vor diesem HSV nun wahrlich nicht haben.

7. Grünweiß-Stammtisch (Podcast)

Der Stammtisch von gestern mit Shadiego ist nun auch als Podcast abrufbar. Leider ist die Aufnahme kurz vor Schluss abgebrochen, aber alles Wichtige ist trotzdem drauf.

Ihr könnt den Podcast übrigens auch im iTunes-Store abonnieren:

http://itunes.apple.com/de/podcast/grunwei/id502444818

Play

7. Grünweiß-Stammtisch: Der 22. Spieltag

Endlich wieder ein Sieg! Drei Punkte im Nordderby sind eine wunderschöne Gesprächsgrundlage für einen Werder-Stammtisch. Heute müssen wir leider wieder auf Joey verzichten, aber dafür haben wir mit dem einzigartigen Shadiego einen ganz besonderen Gast. Um 17 Uhr geht es los und ihr könnt den Stammtisch wie immer hier oder drüben bei Facebook live verfolgen. Alternativ gibt es ihn hinterher auch wieder als Podcast.


Video streaming by Ustream

Werder im Zeichen der Jugend – Die etwas andere Derbyvorschau

„Es gibt keine zu jungen oder zu alten Spieler, …

Es gibt nur gute oder schlechte.“

Wahre Worte, die König Otto einst sprach und die an Aktualität wenig bis gar nichts verloren haben. In den letzten Wochen war das Werder in den Medien immer eines, dem Erfahrung fehlte. Man sprach vom „Jugendwahn“, der „jüngsten Werder Elf aller Zeiten“ und bemängelte, dass Werder noch „zu grün hinter den Ohren“ sei – was, nebst der Eindimensionalität der Denkweise, ein wenig kreatives Wortspiel ist.

Nun ist das Thema der Jugend von Werders Elf größtenteils ausdiskutiert, weshalb ich gar nicht viel mehr darauf eingehen will. Viel mehr möchte ich begründen, wieso mich diese – doch sehr einseitige – Berichterstattung stört.

(K)eine Frage der Jugend

Ich für meinen Teil denke nicht, dass unser Problem direkt in der Jugend besteht. Das, was zu Anfang der Rückrunde und beispielsweise im Spiel gegen Leverkusen Hoffnung machte, war die Leistung der jungen, aus dem Nachwuchs nach oben drängenden Spieler. Die Leistung der „arrivierten“ Spieler, wie beispielsweise Fritz, Rosenberg und Wiese, war auch hier eher solide und gab wenig Anlass zur Euphorie. Wenn man nun überlegt, dass in der Rückrunde Rosenberg bislang vier Mal – wenn auch unglücklich – durch Pfostentreffer oder schwaches Verhalten vor dem Tor eine Siegchance vertan hatte (Freiburg, Hoffenheim, Lautern, Leverkusen), sowie Wiese bislang an mindestens 3 der 4 Gegentore in der Rückrunde mit Schuld ist (Freiburg, Leverkusen), so stellt sich doch die Frage: Wieso soll es an Werders Jugend liegen?

Zugegeben, Hartherz war in Freiburg ebenso an einem Gegentor beteiligt wie Affolter gegen Hoffenheim, jedoch war hier jeweils ganz klar erkennbar, dass es „Anfängerfehler“ waren. Das wiederum lässt sich der Jugend und mangelnden Erfahrung zuschreiben, wäre jedoch problemlos zu kompensieren gewesen, würden die „alten Hasen“ die Leistung abrufen, für die sie eigentlich stehen sollten. Junge Spieler machen Fehler und müssen diese auch machen dürfen. Sie haben – zumindest von meiner Seite aus – die Erlaubnis dafür, mit ihnen ist man geduldig.

Doch auch die Diskrepanz zwischen den erwarteten Leistungen der älteren, erfahrenen Spieler und den tatsächlichen Leistungen ist es nicht, was in meinen Augen das Hautproblem ist.

Neue Zeiten, alte Diskussionen

Achtung, ab hier geht’s ins Klischee: Wir brauchen einen echten Typen!

Spätestens mit dem Abgang von Frings im Sommer entbrannte auch bei Werder die „Leader“ Debatte. 
Was die spielerische Qualität angeht war Frings bereits in der letzten Rückrunde vielen Werder Fans eher ein Dorn im Auge, hatte man doch sehr oft den Eindruck, dass er mit dem heutigen Tempo nicht mehr mitkäme. Kurz vor und nach seinem Abgang war die Frage jedoch eine andere: Kann Werder die Führungsfigur Frings ersetzen? Spätestens nach dem guten Start in die Hinrunde der Bundesliga geriet diese Frage immer mehr in Vergessenheit.

Angesichts des mäßigen Rückrundenstarts, bei dem bereits 4 Punkte nach einer Führung verschenkt wurden, kommt man jedoch – insbesondere angesichts der Jugenddebatte – meiner Meinung nach nicht um eine erneute „Leader“ Diskussion herum.

Dabei ziele ich persönlich jedoch nicht auf einen Typen wie Frings ab, sondern viel mehr auf jemanden wie Baumann. Unser alter Kapitän war jemand, der für die anderen Spieler auf dem Platz stets ein Fels in der Brandung war. „Baumi“ strahlte Ruhe und Souveränität aus, stand aber gleichzeitig für unbändigen Siegeswillen. Unvergessen sind noch heute die Derbywochen und zumindest ich denke sofort an Baumanns Tor im UEFA Cup in Hamburg (Achtung, leichte Glorifizierung bevorstehend):
 Die legendäre Papierkugel – gesegnet sei sie – führte zu *dem* Eckball. Geschlagen von Diego segelte er in den 16er, Hugo köpfte, der Ball wurde geklärt, prallte durch den Strafraum und kam zu unserem Kapitän. Todesmutig stürzte Baumann sich mit dem Kopf in den Ball, obwohl Trochowskis Stollenschuhe ihn erwarteten. Der Ball ging ins Netz, die Emotionen bordeten über.

Das Ende ist bekannt und ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter den Finger in die Wunde halten, was ich eigentlich sagen wollte war:
 Baumann war jemand, der angesagt hat, wo es langging. Er konnte das Tempo des Spiels diktieren, die Struktur definieren und ein Spiel auch beruhigen. Insbesondere gegen Leverkusen und Freiburg hat man nach der Führung gesehen, dass ein solcher Spieler uns momentan fehlt, mehr vielleicht noch als alles Andere.

Die ewige Verletztenplage

Der einzige Spieler, dem ich diese beruhigende Rolle momentan zutrauen würde, ist – wer hätte das vor der Saison gedacht – Aaron Hunt. Ja, der so oft gescholtene, als ewiges Talent abgestempelte und in seiner Jugend als unprofessioneller Partygänger verschriene Aaron Hunt ist der Spieler, in den ich für unser Mittelfeld im Laufe der Rückrunde unsere Hoffnung setze. Ausgerechnet du, Aaron.

Was ihm oft als Tempoverschleppung vorgeworfen wurde war in der Hinrunde genau das, was uns bei knappen Spielen geholfen hat. Spätestens seit dieser Saison übernimmt Hunt Verantwortung, er versucht voranzugehen, er bringt sich ein. Es passt zu seinem bisherigen Karriereverlauf, dass er ausgerechnet zu dieser Phase erst ein völlig unnötiges Frustfoul begeht – was dem „neuen“ Hunt schlicht nicht hätte passieren dürfen – und sich dann verletzt. Es passt zu Werder, dass sich dann auch noch Naldo verletzt, welcher so wichtig für die defensive Stabilität bei Ecken war und so viel Gefahr bei eigenen Standards versprühte. Es passt zu Werder, dass sich zusätzlich zu alledem auch noch sein Quasi-Stellvertreter Prödl verletzt.

Wir hätten – da bin ich mir sicher – mit diesen Spielern die Spiele in Freiburg und gegen Hoffenheim gewonnen. Vielleicht auch gegen Kaiserslautern, wahrscheinlich auch gegen Leverkusen. Doch das Jammern hilft nichts, jetzt müssen es die anderen Spieler richten. Vielleicht, ganz vielleicht, entwickelt sich ein neuer Baumann. Man weiß es nicht.

Doch damit sei die Jugenddebatte von meiner Seite aus zum Großteil abgeschlossen, widmen wir uns daher nun der bevorstehenden Aufgabe: Dem Derbysieg.

„Das wichtigste Spiel des Jahres“

Claudio, „das Schlitzohr“, Pizarro, der Schrecken der Hamburger bezeichnete das Derby unlängst als das für ihn „wichtigste Spiel des Jahres“. Zurecht, lieber Claudio. In die gleiche Kerbe schlägt auch der Jugendspieler Niclas Füllkrug: „Spiele gegen den HSV muss man immer gewinnen und man muss immer vor ihnen in der Tabelle stehen.“

Mit Zlatko Junuzovic ist ein weiterer Derbyerfahrener Spieler dabei, wenngleich es sich bei ihm um die prestigeträchtigen Wiener Duelle handelte, die dem Nordderby an Brisanz jedoch in nichts nachstehen.

Die Frage ist jedoch, ob diese Mannschaft ohne einen Strukturgeber in der Lage ist, bei einem so hitzigen Spiel wie einem Derby einen klaren Kopf zu bewahren und zu gewinnen, denn nichts Anderes darf angesichts der vier Unentschieden in Folge sowie des letztjährigen Derbydebakels in Hamburg des im letzten Jahr ausgefallenen Auswärtsderby’s zählen oder, Niclas?

Laienanalyse

In den wenigen Spielen des HSV unter Fink, die ich bisher sehen konnte, war es immer mehr als auffällig, wie früh und extrem Hamburg bei Ballbesitz über die Flügel spielte. Dabei rückten die Außenverteidiger sehr weit mit auf, die Flügelspieler im Mittelfeld rückten fast bis in den Sturm vor, beide Stürmer standen sehr weit vorne und warteten auf Flanken. Die Innenverteidiger rückten dabei sehr weit auseinander. Um dieses Loch zwischen den Innenverteidigern zu stopfen ließ sich wiederum ein defensiver Mittelfeldspieler zwischen die Innenverteidigung fallen, was jedoch dazu führt, dass das gesamte Zentrum im Mittelfeld von einem einzigen Spieler abgedeckt werden musste. Das führt zwangsläufig zu sehr viel Platz im Zentrum, was der auf ein Spiel durch die Mitte angelegten Raute Werders theoretisch entgegenkommen müsste, während die Anfälligkeit über die Flügel tödlich sein könnte.

Außerdem scheint es, als sei Hamburg bei gegnerischem Ballbesitz sehr wohl in der Lage, das Zentrum einerseits und die Flügel andererseits gut dicht zu machen. Sie stehen sehr gut gestaffelt, bieten dem Gegner wenig Raum und spielen – ähnlich wie Werder – mit sehr viel Aufwand. Werder muss also mehr denn je bei eigenem Ballbesitz schnell nach vorne spielen, die Löcher im Zentrum ausnutzen und die breite Staffelung der Verteidigung durch Pässe durch die Schnittstellen für sich zu benutzen wissen.

Fazit

Bei diesem Derby gibt es in meinen Augen keinen klaren Favoriten, wenngleich die Tendenz eher Richtung HSV zeigt, da sie den Heimvorteil auf ihrer Seite wissen und stärker in die Rückrunde starteten. Für Werder sprechen die insgesamt bessere Saison, die sehr stark ausgeprägte Kämpfermentalität, welche beim Derby von Vorteil sein könnte und natürlich das Schlitzohr Claudio.

Von Vorteil könnte auch die Rückkehr Marko Marins in die Startelf sein, ist er doch ein Spieler, der dieses gewisse, provokante „Etwas“ aufweist und damit eventuell den einen oder anderen Platzverweis produzieren könnte. Von seiner theoretisch vorhandenen individuellen Klasse mal abgesehen.

Es wird auf jeden Fall spannend und es gilt – immer und doch mehr als sonst – auf geht’s Werder, kämpfen und siegen!

Damit das Debakel endlich vergessen werden kann…