Kurzfristig denken

Selten war die Euphorie vor einem Spiel gegen die Bayern so gering. Derzeit scheint alles andere wichtiger zu sein. Die Saison wurde bereits abgehakt. Die Europa League ist zwar noch möglich, doch dran glauben mag keiner mehr. Das ist auch gut so. Heute ist kein Tag, um an die Zukunft zu denken.

Heute ist es egal, ob und wann Claudio Pizarro seinen Wechsel zu den Bayern bekannt gibt. Heute ist es egal, wohin Tim Wiese wechseln wird. Heute ist es egal, ob es eine gute oder schlechte Entscheidung war, mit Clemens Fritz zu verlängern. Und heute ist es auch egal, wie man die Arbeit von Thomas Schaaf und Klaus Allofs bewertet.

Das einzige, was heute wichtig ist, ist das Spiel gegen die Bayern.

Nicht, weil wir noch in die Europa League kommen können. Davon möchte ich erst wieder etwas hören, wenn wir am 34. Spieltag noch realistische Chancen darauf haben. Deshalb spielen auch die Ergebnisse der anderen Mannschaften keine Rolle. Für Werder geht es darum, sich einigermaßen anständig aus dieser verkorksten Rückrunde zu verabschieden.

Es geht darum, die Ausfälle irgendwie zu kompensieren und aus dem Rumpfkader und den Wiedergenesenen eine Mannschaft zu formen, die den Bayern 90 Minuten lang zumindest einen Kampf bieten kann. Es geht darum, gegen die B-Elf eines Vereins, der in Gedanken schon beim Champions League Rückspiel in Madrid ist, die richtige Taktik zu wählen. Es geht darum, nur an dieses Spiel zu denken, nicht an Punkte, Tabellen oder europäische Wettbewerbe.

Von Spiel zu Spiel denken ist eine beliebte Floskel, doch bei Werder hat man schon länger das Gefühl, das man zu viel von großen Zielen und zu wenig von der nächsten, der für den Moment einzig wichtigen Aufgabe spricht. Natürlich muss die neue Saison geplant werden, müssen Verträge verlängert und Spieler verpflichtet werden. Natürlich müssen auch die derzeitigen Spieler ihre Zukunft planen. Aber nicht heute. Heute zählt nur die Gegenwart. Und die lautet: Bayern München. Wem das für den Moment nicht ausreicht, der hat seinen Beruf verfehlt.

Also rauft euch zusammen, jeder, der eine grünweiße Raute im oder über dem Herzen trägt. Erwartungen gibt es keine mehr. Zu verlieren auch nichts. Aber wir sind immer noch Werder Bremen! Wir sind, wie Arnd Zeigler in Lebenslang Grün-Weiß geschrieben hat, die Guten! Und wir schlagen heute, egal wie und egal warum, die Bayern!

Be Sociable, Share!

Ein Gedanke zu “Kurzfristig denken

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>