Danke Thomas – Auf geht’s Robin

Ein Gastbeitrag von unserem Leser Andre (@_spyri_)

Das erste Spiel im Weserstadion seit gefühlten Äonen, das nicht Thomas Schaaf in der Verantwortung sah, hätte den nun endlich umgesetzten Umbruch nicht deutlicher unterstreichen können. Während Schaaf zumeist von vorne nach hinten zu denken schien, ergo zahlreiche Offensivstrategien implementierte und sich zumindest scheinbar zuletzt um Verteidigungsmechanismen sorgte, baut Dutt nun gänzlich andersherum auf. Er scheint sich zuerst der Stabilisierung der seit Jahren für überdurchschnittlich viele Gegentore berüchtigten Abwehr verschrieben zu haben. Das sieht dann zugegeben nicht gut aus, ist aber immerhin für sechs Punkte aus den ersten beiden Saisonspielen gut. Saisonauftakt geglückt – es kann noch gewonnen werden.

Vergleicht man dies mit den ersten beiden Spielen der letzten Saison, so sahen wir da einen fast furiosen Auftakt gegen Dortmund, der Hoffnung aufkeimen ließ, dass die Mannschaft an glorreichere Zeiten und zurückliegendes Offensivspektakel anknüpfen könnte. Punkte brachte das an diesem Tag nicht. Zwar wurde am zweiten Spieltag gegen den HSV gewonnen, jedoch war dieser zum damaligen Zeitpunkt kein ernst zu nehmender Gegner und der weitere Saisonverlauf sollte die Hoffnung auf alten Glanz nur wieder und weiter enttäuschen. Nun ist es sicher nicht unbedingt schicklich, damals und heute auf diese Weise gegeneinander zu halten. Schaaf hatte natürlich den Anspruch, aus etwas gewachsenem neue Feinheiten herauszuarbeiten, während Dutt der Zäsur gemäß bei nahezu Null anfangen muss um seine eigenen Ideen einzuprägen. Jedoch ist es sicherlich nicht allzu weit hergeholt, wenn man rückblickend das Schaaf’sche Fundament als nur bedingt tragfähig, an manchen Spieltagen gar als marode erscheinend bezeichnet. In jedem Fall wurden die in die Mannschaft gesetzten Erwartungen zuletzt enttäuscht.

Dies soll keine Abrechnung sein, jedoch könnte sich der Umbruch in meiner Wahrnehmung als Fan nicht stärker bemerkbar machen. Ich kann sagen, dass ich keine Lust mehr auf Schaafs vermeintliches Rumdoktern an Symptomen hatte. Sich nun seit zweieinhalb Jahren mit der allzu oft erfüllten Erwartung auf Frust vor den Fernseher gesetzt zu haben oder ins Stadion gegangen zu sein ist dann auch mal genug.

Aber ich habe Lust, dieser heutigen Mannschaft zuzugucken. Das mag erst einmal scheiße aussehen, sich gerade so ins Ziel schleppen, oder demnächst dann sicher auch mal gepflegt auf die Fresse packen – das ändert nichts. Ich will nun wieder dabei sein, will nun wieder Zeuge dieser Mannschaft, ihrer Erfolge, auch Rückschläge, vor allem aber ihrer Entwicklung werden. Keiner schleichend verfallenden Entwicklung, personell, substanziell, spieltechnisch. Einer von heute aus betrachtet nach vorne gerichteten Entwicklung. Umbruch in der Fanseele erfolgreich vollzogen.

Danke Thomas – Auf geht’s Robin!

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2 Gedanken zu “Danke Thomas – Auf geht’s Robin

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