Startschuss: Grünweiß-Stammtisch 14-13

Die Rückrunde steht vor der Tür, ein willkommener Anlass für einen neuen Grünweiß-Stammtisch. Diesmal mit von der Partie: Tobias (MeineSaison) und Stephen (PapierkugelBlog). Wir sprechen über die Vorbereitung im Trainingslager, was die Marschroute für die Rückrunde sein wird, fehlende Grundlagen, die Ruhe auf dem Transfermarkt, den Torhüter-Zweikampf sowie über das kommende Spiel gegen Eintracht Braunschweig.

Gerne könnt Ihr Feedback via Twitter, Facebook oder in den Kommentaren hinterlassen.

Viel Spaß beim Hören!

P.S.: Mittendrin gibt es einen Punkt, wo wir das Gespräch neu starten mussten, da zu viele Werder-affine NSA-Rüpel in der Skype-Leitung hingen und diese den Dienst quittierte. :)

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6 Gedanken zu “Startschuss: Grünweiß-Stammtisch 14-13

  1. Danke für die aufschlussreiche Folge. Ich möchte eine kurze Fußnote zur Miele/Rapha-Geschichte anhängen – nicht zur Entscheidung selbst, sondern zur generell negativen Bewertung der Rolle Robin Dutts bei dieser Entscheidung. Ich sah gestern die von Radio Bremen organisierte Werder-Talkrunde, bei der der Trainer zu Gast war und natürlich war die Torwart-Rochade ein Thema. Er äußerte sich wie folgt (etwas gekürzt und sprachlich begradigt):
    »Zu Miele muss ich seit meinem ersten Arbeitstag Fragen beantworten. Und was haben wir ab dem ersten Tag gemacht? Wir haben hinter Miele gestanden, ohne Wenn und Aber. Wir mussten ihn auch immer wieder verteidigen, im Anschluss an das Abschiedsspiel von Thorsten Frings wollte halb Bremen Tim Wiese im Tor sehen!
    Nach dem Spiel gegen Mainz mussten wir uns als Trainerteam strategisch ein paar Gedanken machen. Der eine Gedanke war: Lassen wir’s doch bis zur Winterpause laufen, wir wechseln nicht. Dann hätten wir aber in der Winterpause ohne eine einzige Pflichtspielminute und ohne Erkenntnisse gewechselt – und solche Dinge gehen manchmal in die Hose. Und ohne das Leverkusenspiel wären sie auch beinahe in die Hose gegangen! Die vier Pflichtspiele waren strategisch wichtig, um zu sehen: Wie präsentiert sich Rapha? Läuft das nur in unserem Kopfkino ab, dass das wirklich ein Guter ist? Oder zeigt er das auch auf dem Platz? In Leverkusen hat es geklappt, da gewinnt er uns das Spiel. Und das war bei uns auch in der Winterpause noch drin, der Druck, den Rapha aufgebaut hat. Wir haben hinterher einstimmig, alle Fünf im Trainerteam, gesagt: das ist richtig! Menschlich schwer, aber die richtige Entscheidung. Wir haben uns bewusst dafür entschieden und das gehört vielleicht auch zu diesem ersten Jahr dazu.« (http://www.radiobremen.de/sport/fussball/werdertalk116.html)

    Das relativiert die Angelegenheit für mich ein wenig. Noch mal auf den Punkt: Inhaltlich macht das die Entscheidung für die Rochade nicht richtiger, aber ich kann den Gedankengang und die Überlegungen des Trainerteams besser nachvollziehen. Die Aussagen stützen auch Eure Vermutung, dass die Trennung von Miele schon vor dem Wechsel feststand (»dann hätten wir aber in der Winterpause ohne eine einzige Pflichtspielminute und ohne Erkenntnisse gewechselt«) – insofern kann ich den Wunsch nach Empirie und möglicher Kopfkinokorrektur sogar nachvollziehen.

    • Danke für die Ergänzung!

      Klar, man muss trennen zwischen der Entscheidung an sich und der Kommunikation derselben. Aber ich glaube nach wie vor nicht daran, dass Dutts Narrativ den wirklichen Hergang beschreibt. Dutt hat den Torwartwechsel damals als Schutzmaßnahme für Mielitz bezeichnet, nachdem er kurz vorher (nach dem Mainz-Spiel) Mieles Stellung als Nummer 1 noch einmal betont hat, auch für den Fall, dass er mal nicht spielt. Dazu kam dann der Vergleich mit dem Fall Ullreich. Im Nachhinein klingen seine Aussagen aber so, als hätte man nur den bereits für die Winterpause geplanten Wechsel vorgezogen. Somit fällt es mir schwer an eine echte Chance für Mielitz beim Zweikampf im Trainingslager zu glauben. Das dürfte eine Absicherung gewesen sein, falls Wolf die Trainer in den vier Spielen nicht überzeugt hätte (“wäre ja auch fast in die Hose gegangen”).

      Ich finde nicht, dass man Dutt nun über Gebühr kritisieren sollte, aber seine Außendarstellung hat ein paar Kratzer bekommen (vgl. seine lächerliche Aussage zu den beiden Testspielern aus den USA), nachdem sie mir über weite Strecken der Hinrunde außerordentlich gut gefallen hat.
      Dass ich sportlich ein paar seiner Personalentscheidungen ebenfalls etwas fragwürdig finde (mit Mielitz, Trybull und Pavlovic sind nun schon drei Spieler weg, die auf ihren Positionen deutlich “modernere” Spielertypen sind, als die meisten ihrer Konkurrenten) kommt dazu. Das alles aber natürlich unter dem Vorbehalt, dass ich nicht weit hinter die Kulissen schauen kann und nicht weiß, welche möglichen weiteren Hintergründe es gibt.

      • Das gilt für mich ja noch viel mehr, in Anbetracht meiner Kulissenferne. Ich stimme Dir zu, dass die Kommunikation des Schutzraums für Miele und daran anschließend die eines Wettbewerbs um die Nummer Eins ein rhetorisches Manöver Dutts gewesen ist – mithin der Wechsel nach dem Spiel gegen Mainz zumindest in groben Zügen geplant war und sich Miele in Jerez bestenfalls durch Glanzleistungen wieder ins Spiel hätte bringen können. Das springt mir zumindest zwischen den Zeilen entgegen. Bleibt zu hoffen, dass der Kalkül des Trainerquintetts aufgeht.

        Trybulls Abgang finde ich ganz bitter.

  2. Postscriptum zu »Wenn er rauskommt, muss er ihn haben…«

    »Was die Al­ten ei­nen klu­gen Kämp­fer nann­ten, ist je­mand, der nicht nur ge­winnt, son­dern sich da­durch aus­zeich­net, mü­he­los zu ge­win­nen. Seine Siege brin­gen ihm folg­lich we­der An­se­hen noch Eh­rung für Mut. Er ge­winnt den Kampf da­durch, dass er keine Feh­ler macht. […] So ist es denn, dass der sieg­rei­che Stra­tege den Kampf erst dann sucht, wenn der Sieg be­reits er­run­gen ist.«
    (Sun-Tzu: Über die Kunst des Krie­ges. Die älteste mi­li­tä­ri­sche Ab­hand­lung der Welt)

    Für einen guten Torwart gibt es wenig Anerkennung. Wenn er alles richtig macht, sehen sein Spiel und seine Paraden mühelos aus. Und für etwas das mühelos aussieht, gibt es in der Regel keinen Beifall – das hätte ja jeder gekonnt. ;-)

  3. Der Grund dafür, dass überhaupt noch immer so ausführlich, wie grundsätzlich über diesen Vorgang diskutiert wird, liegt aus meiner Sicht in der Tatsache, dass in dem Akt des Torwart-Wechsels Ende des Jahres zwei wesentliche Faktoren zusammenkamen. Zum einen die Entscheidung des Trainers, die ich in ihrer Art, als eine seiner unglücklichsten bezeichnen würde und zum anderen der Fakt, dass es sich bei Sebastian Mielitz um denjenigen der beiden Torhüter handelt, der einen Großteil seiner Karriere in unserem Verein gespielt hat und sich durch eben jene Entscheidung wohl nun plötzlich am Ende dieses Lebensabschnitts wiederfindet. Wie schon oft gesagt und geschrieben – der Knackpunkt und Fehler war aus meiner Sicht die erste Entscheidung, den Keeper zum damaligen Zeitpunkt zu wechseln und nicht die aktuelle, den der letzten Spiele zu bestätigen.

    • (Kurz vorweg, um Missverständnisse auszuschließen: ich bin immer Unterstützer Mieles gewesen, auch nach seinen unglücklicheren Auftritten als Nummer Eins.)

      Hmmm und naja – aber wenn man Robin Dutt mal beim Wort nimmt? Wenn er und seine Torwarttrainer basierend auf Trainingseindrücken (die wir natürlich so nicht nachvollziehen können) wirklich gegen Ende der Hinrunde den Eindruck hatten, Wolf dränge sich als ernsthafte Option auf (»Kopfkino«)? Und sie von Mieles mittel- und langfristiger Eignung – den menschlichen Aspekt und seine Werder-Passion mal ausgeklammert – tatsächlich nicht mehr überzeugt waren? Zwar gewinnt das Manöver hierdurch nicht an Charme und die Kommunikation der Entscheidung bleibt (gelinde gesagt) unschön; aber die Rochade bekommt so immerhin jene sinnhaften Konturen, die ich vorher nicht sah. Vielleicht auch einfach, weil ich sie #ProMiele nicht sehen wollte.

      Ob die Entscheidung unterm Strich dann »eine der unglücklichsten« gewesen sein wird, werden wir sehen (müssen). In der Rückrunde. Riskant bleibt sie auf jeden Fall.

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