Therapie: Grünweiß-Stammtisch 13-08

Der SC Freiburg liefert in dieser Saison mal wieder den Beweis dafür, dass auch mit wenig Geld und einem jungem Team Erfolge möglich sind.  Der verdiente Sieg der taktisch überlegenen Breisgauer hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, denn Werder wurde phasenweise im eigenen Stadion vorgeführt.

Dementsprechend waren Tobias und Stephen nicht sonderlich positiv gestimmt und nutzten den Stammtisch zu einer Therapiesitzung, um sich den Frust von der Seele zu reden.

Zu hören gibt es den Stammtisch wie immer hier im Blog und bei iTunes als Podcast. Viel Spaß beim Hören!

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3 Gedanken zu “Therapie: Grünweiß-Stammtisch 13-08

  1. Zunächst mal möchte ich ein großes Lob für die Podcasts aussprechen. Sehr unaufgeregt aber immer interessant, gehören sie mittlerweise mit Collinas Erben zum “must have” des wöchentlichen Fussballblogkonsums. Weiter so!
    Bezüglich der Diskussion über die traditionelle Abwehrproblematik, speziell durch unnötige bzw. leichtfertige Ballverluste drängt sich mir der Gedanke auf, dass dies primär an einer gewissen Schizonphrenie in der Schaaf’schen Defensivvorstellung liegt. Ich erinnere mich an eine Aussage seinerseits, die sinngemäß besagte, dass der Gegner keine Tore schiessen könne, wenn er keinen Ballbesitz habe. Das erklärt beispielsweise die Aufstellung Junuzovics und ist ja an sich noch kein Problem, spielen so unter anderem Van Gaals Bayern oder Barca. Was mich dabei stört, ist dass es scheinbar keine Alternative gibt (hohes Pressing, tiefes Pressing, Chelsea-Gedächtnis-Mauern).
    Dass obiges Ballbesitzsystem inzwischen nicht mehr so funktioniert wie früher (was sich ja an der Gegentoranzahl deutlich ablesen lässt), liegt mMn an zwei Faktoren:
    Zum Einen spielt Bremen davor ein System bei dem dem Einzelnen ein hohes Maß an Verantwortung und Freiheit bezüglich Positionierung und Risikopässen gibt. Das geht eben nur solange gut, wie Pässe und Positionierung zu einem sehr hohen Anteil korrekt sind, da sonst riesige Lücken nach Fehlpässen entstehen. Genau diese Kombination aus sehr gutem Passspiel und sehr guter Positionierung hat aber kaum noch ein Werder-spieler (Hunt?).
    Kommt dazu noch ein starkes Offensivpressing des Gegners, steigt die Anforderung an die Spieler noch mehr. Genau da sehe ich im Übrigen Korrellation (wenn nicht Kausalität) mit dem Zeitpunkt des Ansteigens der Gegentorzahl.
    Insofern bin ich leider auch sehr skeptisch, ob sich da bei Thomas Schaaf noch ein Mentalitätswechsel einstellen wird. Denn, und das halte ich ihm durchaus zu gute, ich glaube nicht, dass er dauerhaft einen defensiven Fussball spielen lassen will.

  2. Pingback: Podcast-Spezial #13 | Fokus Fussball

  3. Danke für den Kommentar und das Lob!

    An der Theorie mit dem Offensivpressing könnte etwas dran sein. Dazu kam ja noch die Wiederbelebung des Flügelspiels bei vielen Teams und allgemein eine bessere Defensivorganisation gerade bei den kleinen Teams. Bei Werder hat man das alles lange Zeit verschlafen. Ich hab vor kurzem noch mal das Spiel bei den Bayern 2004 gesehen, da haben die äußeren Rautenspieler teils Pressing gegen Bayerns Außenverteidiger gespielt, aber das ist kein Vergleich mehr zum heutigen Tempofußball. Schaaf hat erst vor ca. 1 Jahr das Spiel mit hoher Abwehrkette ohne hohes Pressing aufgegeben. Richtiger Ballbesitzfußball ist das seit dem ja auch nicht mehr, zumindest nicht gegen die Topteams und in Auswärtsspielen. Trotzdem kassiert man viel zu viele Gegentore, selbst wenn man tief steht. Meiner Meinung nach hat das relativ wenig mit der “richtigen Balance” zu tun, die immer wieder angesprochen wird. Dazu macht man bei den Basics zu viel falsch. Und da müsste man eigentlich ansetzen, wenn man wieder nach vorne will. Offensiv ist Werder in dieser Saison allemal stark genug, um auf Platz 6 zu landen. Trotzdem wird mindestens genau so oft über vergebene Chancen und “sich nicht belohnen” gesprochen, wie über die Defensivprobleme.

    Ich verlange von Schaaf nicht, dass er Werder zu einer Mauermannschaft macht. Es geht um Pragmatismus und da muss man halt sagen, dass es Werder sich gegen 50% der Liga nicht mehr erlauben kann, einfach nur den offenen Schlagabtausch zu suchen. Gegen Bayern spielt Werder ja bspw. seit Jahren extrem defensiv, um nicht ins offene Messer zu laufen. Warum versucht man nicht auch gegen Teams, bei denen man die ganze Saison über sehen kann, wo sie ihre Stärken haben, diese zu negieren? Anfang der Saison konnte man sich von Freiburg noch überraschen lassen, aber am 22. Spieltag ist das ein Zeichen schlechter Vorbereitung und/oder Arroganz.

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